Jahreswechsel gut vorbereiten

Verschiedene Möglichkeiten stehen gegen die Silvesterangst zur Verfügung

Desensibilisierung

Optimal wäre es, wenn mit Hilfe eines Verhaltenstherapeuten eine langfristige Desensibilisierung oder Gegenkonditionierung vorgenommen würde.

Vielen Hundehaltern ist dies jedoch zu aufwendig, besonders dann, wenn sich das Angstproblem lediglich auf den Silvestertag beschränkt. In diesen Fällen können Gräusch-CDs mit Aufnahmen von Schüssen und Feuerwerken sehr gute Dienste leisten
Sie sind extra für die Desensibilisierung von Hunden und Katzen mit Silvestereangst gedacht. Die Anwendung ist einfach, die CD wird regelmäßig in Anwesenheit des Tieres abgespielt, zunächst nur für eine Minute, dann nach und nach immer länger. Das Tier wird dabei nicht alleine gelassen, aber auch nicht getröstet. Während die CD abgespielt wird, kann das tier gefüttert oder mit Leckerlies versorgt werden.
Das Ziel ist, dass das tier mit den Geräuschen vertraut wird, gute Erfahrungen macht und merkt, dass keinerlei Gefahr droht. So kann es seine Angst dauerhaft abbauen. Wie lange die Desensibilisierung dauert, ist sehr unterschiedlich, je früher man anfängt und je regelmäßiger man übt, desto besser.

Medikamente

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Tier mit Medikamenten gegen Ängste zu behandeln oder aber zu beruhigen. Wobei man sehr genau darauf achten muss, was der Effekt des Präparates ist und welches Ziel damit wie schnell erreicht wird.
So gibt es unter anderem Präparate, die kurzfristig und schnell gegen Geräuschangst helfen, gleichzeitig aber auch enthemmend wirken, was z.B. bei leicht aggressiven Hunden oder wenn das Tier während der Medikation gestört wird, zum Problem führen kann.
Andere Präparate müssen in der Dosierung genau eingestellt werden, so dass es einige Tage dauern kann, bis die passende Dosis ermittelt wird.
Wieder andere müssen über einen längeren Zeitraum gegeben werden, um überhaupt einen Effekt zu zeigen. Die Verabreichung von Medikamenten bedarf daher einer individuellen Auswahl und feinen Abstimmung zwischen Tierhalter und Praxis.

lesen Sie hierzu auch unseren Blog-Artikel:

Silvester - Geräuschangst beim Hund angemessen (und rechtzeitig) therapieren.

Pflanzliche Präparate 

In leichten Fällen - und zur Unterstützung schwerer Fälle - kann der Einsatz sogenannter Phytopharmaka, also pflanzlicher Arzneimittel, hilfreich sein.
Klassische Beispiele sind Präparate mit zum Beispiel Baldrian, Melisse, Hopfen oder Rosenwurz. Aber auch hier ist es so, dass Tiere sehr unterschiedlich darauf reagieren und eventuell ausprobiert werden muss, welches Präparat gut vertragen wird und den gewünschten Effekt erzielt. 

Pheromone

Hilfreich sind auch sogenannte Pheromone. Dabei handelt es sich um die Kopie von Geruchs-Botenstoffen, wie sie in der Natur von Hunden und Katzen produziert werden, um ihrem Gegenüber Sympathie, Sicherheit und Vertrauen zu signalisieren. Diese Geruchsstoffe richten sich an das "instinktive" Gehirn des Tieres, also direkt an sein Unterbewusstsein, und vermitteln dort das Gefühl von Geborgenheit und Wohlbefinden.
Pheromone für Hunde und Katzen sind unter anderem in Form von Halsbändern, Sprays oder Zerstäubern für die Steckdose erhältlich. Aber auch diese entfalten ihren Effekt - vor allem bei Hunden - erst nach einigen Tagen und sind als kurzfristige Sofortlösung nur bedingt geeignet. 

Futtermittel/Ergänzungsfutter

Möglich ist es auch, über bestimmte Eiweiße und Aminosäuren in der Nahrung einen beruhigenden Effekt bei Tieren zu erziehlen. Es gibt sowohl Alleinfuttermittel, die solche Nährstoffe enthalten, als auch Ergänzungsfutter in Form von Tabletten oder Pulver. Hier dauert es meist ca. 2 Wochen, bis erste Effekte zu beobachten sind. Ideal ist es, wenn mit der Fütterung bereits Anfang Dezember begonnen wird. 

Bachblüten und homöopathische "Arzneimittel"

Einige Tierhalter berichten von guten Erfahrungen mit der Gabe von Bachblütten und homöopathischen Arzneimitteln.

Im besten Fall kommt es zu "placebo by proxy" (Wirkung infolge von Zuwendung des Tierhalters)

http://www.netzwerk-homoeopathie.eu/kurz-erklaert/134-was-sind-eigentlich-bachblueten

Tipps für den Tierhalter (auch in letzter Minute)

 

  • am Nachmittag/frühen Abend Freilaufkatzen Auslauf ermöglichen und Hunde noch einmal lange ausführen

  • Tier ein bis zwei Stunden vor Mitternacht in ein möglichst vertrautes Zimmer bringen

  • mit Rollos oder Fensterläden das Eindringen von Licht und Geräuschen verhindern

  • kuscheligen Rückzugsort für das Tier einrichten

  • vertraute Gegenstände, Futter und Wasser zur Verfügung stellen

  • bei Katzen an eine Toilette denken

  • Radio oder Fernseher anmachen, um Geräusche von außen abzuschwächen

  • Tier nicht viel alleine lassen

  • zum Jahreswechsel unbedingt anwesend sein

  • nicht beruhigend oder tröstend auf das Tier einreden

  • selber Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen 


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  • super

    Klasse Kurzfassung!
    Einfach und schlicht eigentlich befolgbar.
    Hoffe, dass viele Tierbesitzer dies lesen und auch so praktizieren.
    Wünsche mir ganz wenige, bzw. am besten keine Weglauftiere über Silvester.