BARF - Bones And Raw Food

BARF steht für "Bones And Raw Food" (Knochen und Rohes Futter) aber auch für "Biologically Appropriate Raw Foods" (Biologisch Angemessenes Rohes Futter). Eine Barferin deutschte es in "Biologisches Artgerechtes Rohes Futter" ein.

Die zugrunde liegende Idee stammt von dem australischen Tierarzt Dr. Ian Billinghurst. Vor 20 Jahren begann er den Zusammenhang zwischen industriell hergestelltem Futter und Hundekrankheiten zu erforschen. 1993 veröffentlichte er seine Erkenntnisse und seine Fütterungsmethode in seinem ersten Buch "Give Your Dog A Bone".

Grundsätzliche Überlegungen für die Entscheidung zum Barfen:

  • Ein Halter, der sein Futter selber zubereiten will, hat wesentlich mehr zu lernen, ohne Grundkenntnisse der Ernährungslehre geht es nicht

  • Einkauf und Zubereitung sind zeitaufwändig

  • Wer rohes Fleisch und Fisch verarbeitet, muss die allgemein bekannten Hygieneregeln einhalten. 

  • Die Bequemlichkeit des Dosenöffners fällt weg.

So wie Fertigfutter gesundheitliche Probleme verursachen kann, kann es auch bei BARF zu Problemen kommen. 
Jede Fütterungsart hat ihre Vor- und Nachteile und jeder Halter muss für sich und seinen Hund entscheiden, was passt. 
So mancher macht einen Kompromiss und wertet das Fertigfutter mit Frischfutter auf.

Für Interessierte Tierhalter lohnt es sich, sich mit dem Institut für Tierernährung der Tierärztlichen Hochschule Hannover in Verbindung zu setzen und sich dort ausführlich beraten zu lassen, bzw. die Ration überprüfen zu lassen!

Bitte beachten Sie:

So wertvoll das Internet für Informationssammlung und -austausch geworden ist, gerade hier tummeln sich auch die unzuverlässigsten Quellen. Ich kann daher nur raten, sich mit Fachliteratur zu diesem Thema vertraut zu machen und dann erst den Ausflug ins Internet zu unternehmen. So wird schnell die Spreu vom Weizen getrennt werden können.

Zum Nachdenken:

Wenn man sich so durch die barfer-Seiten im Internet liest, stößt man überall auf dieselben Meinungen - eine schreibt unkritisch von der anderen ab. Unter anderem auch die hanebüchene Behauptung, dass Hunde mit Fertigfutter-Versorgung eine um fünf Jahre geringere Lebenserwartung hätten. Damit würde ja ein Schäferhund mit einer statistisch durchschnittlichen Lebenserwartung von zehn Jahren 50 Prozent länger oder kürzer leben - je nach BARF oder Trockenfutter.

Die Hinweise und Vergleiche mit der Ernährung von Wildcaniden wie Wölfen verführen nur zu einer neo-romantischen Sehnsucht auf das so genannte wilde Leben, das manche Barfer gern mit Natürlichkeit verwechseln.

Seit der Haushundewerdung (Domestikation) haben sich mit der Veränderung und später zunehmenden Reduzierung des Beutemachens zwangsläufig auch die Fresstechniken, und dadurch auch die Gebissformen angepasst. Der Rest ist ein Haushund-im-Wolf-Märchen. Wolfsforscher Mech wurde nur im Zusammenhang mit den Ernährungstechniken des Wolfs zitiert, nicht als Vergleich oder Begründung zum Barfen.

Das und andere unbewiesene Glaubensdekrete unterfüttern die Unseriosität der sich oft wie eine Glaubensgemeinschaft gebärdenden Barfer. Womöglich hätten sie solche Falschmeldungen (auch die zum hohen Getreideanteil, den man in Wirklichkeit nur in schlechten Fertigfuttern findet) nicht nötig, denn die Idee ist ja nicht abwegig, den Hund so zu füttern wie früher. Und von der Industrieproduktion abzukehren, ist aus vielen Gründen ebenfalls kein Fehler.

Prof. Dr. Jürgen Zentek von der Tierärztlichen Universität Wien ist einer der führenden deutschsprachigen Lehrstuhlinhaber für Tierernährungswissenschaft. Er meint zu diesem Thema: "Ich kenne auch keine Untersuchung, die sich unter dem Stichwort BARF mit der Sache befasst. Prinzipiell kann man Hunde durchaus mit entsprechenden Komponenten füttern, wenn man es richtig macht. Hinzuweisen ist auf das Infektionsrisiko durch rohes Fleisch. In diesem Zusammenhang sind Salmonellen und die Aujeszkyschen Krankheit besonders erwähnenswert."

Quelle: Gitta Vaughn, Texas; www.hundezeitung.de

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