Hyperplasie (-tophie) der Glandula membranae nicitantis (Cherry eye)

Eine Hyperplasie der Glandula membranae nicitantis (Nickhautdrüse) mit der daraus resultierendem Prolaps (Vorfall) wird relativ häufig und speziell bei (jungen) Hunden mit übermäßiger(n) Haut(falten), starkem "Stop" und/oder Brachyzephalie (z.B.American Cocker Spaniel, Beagle, Kavalier King Charles Spaniel, Bulldogge, Mastino Napoletano, Shar Pei) gesehen.

Ursächlich kommt eine ungenügend feste Bindung zwischender Basis des dritten Augenliedes und der Orbita in Frage, die häufig zu einem Prolaps der Glandula membranae nicitantis superficialis und der mit in das Geschehen einbezogenen Basis des Nickhautknorpels führt.
Hyperthrophie und Hyperplasie der Drüse führen zu weiterer Schwellung, wodurch dann eine leichte Protrusion der Nickhaut zu Stande kommt und schließlich auch die rote, geschwollene Drüse selbst hinter der Nickhaut hervortritt.

Die Bindehaut über der prolabierten Drüse ist jetzt der Austrocknung und Beschädigung ausgesetzt, was sich in Entzündungsanzeichen wie Rötung und Schwellung ausdrückt. Im Anfangsstadium handelt es sich durchaus noch um einen habituellen (vorläufigen) Prolaps, der bei zunehmender Schwellung in den stationären Zustand übergeht.

In der Regel tritt die Erkrankung innerhalb von 1 - 3 Monaten auch am anderem Auge auf.

Therapie

Da es sich hierbei nicht um eine auf einer Entzündung oder Infektion beruhenden Erkrankung handelt, kann man von einer Therapie mit Kortikosteroiden (Cortison) mit oder ohne Kombination mit Antibiotika, auch keine Besserung erwarten.

Da die Drüse einen nicht unerheblichen Anteil an der Tränenproduktion hat, darf sie nur in seltenen Ausnahmefällen entfernt werden - die radikale Entfernung muss als ein Kunstfehler angesehen werden. 

Für die Reposition und Fixation stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

  • Fixation der Nickhautknorpelbasis

  • Reposition der Drüse durch Bedecken mit Konjuntivalschleimhaut

Operationstechnik in unserer Praxis

Bei uns wird die Reposition der Drüse durch Bedecken mit Konjuntivalschleimhaut (Pocket-Technik nach Morgan modifiziert nach Boeve) durchgeführt.
Die Drüse wird unter Durchtrennung des Nickhautknorpels in einer Tasche versenkt.

Prognose

Die Prognose, speziell bei dieser Repositionsmethode, ist günstig (ca. 90%).


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