Magengeschwüre beim Pferd

Magengeschwüre beim Pferd treten sehr viel häufiger auf als man denkt.
Alle Pferde können Magengeschwüre entwickeln, von den Hochleistungsrennpferden über Dressur- und Springpferde bis zu den Freizeitpferden.

% der Pferde mit Magengeschwüren:

  • Vollblutrennen 90%

  • Trabrennen 60 -80 %

  • Turnierpferde 60 %

  • Freizeitpferde 37 %

  • Saugfohlen 50 %

Pferde produzieren, anders als beim Menschen, kontinuierlich Salzsäure, 24 h am Tag. Kommt es dabei zu einem Ungleichgewicht zwischen Schleimhaut-schützenden und Schleimhaut-schädigenden Faktoren, entstehen die gefürchteten Magengeschwüre.

Die Ursachen sind vielfältig und die Schwere der Erkrankung korreliert nicht immer mit den klinischen Symptomen.

Hauptursachen sind:

  • Training

    Es besteht ein definitiever Zusammenhang zwischen dem Training und dem Vorkommen von Magengeschwüren, und dies nicht nur bei Rennpferden. Auch leichtes Training ist mit dem Auftreten von Magengeschwüren assoziiert.

  • Fütterung

    Versuche haben gezeigt, dass sowohl Hungerzeiten wie auch ein zu geringer Heuanteil in der Ration mit dem Auftreten von Magengeschwüren verbunden sind.

  • Stress

    Unzureichende Haltungsbedingungen, aber auch Transport sin Stressfaktoren, die zur Ausbildung von Magengeschwüren führen. Stress beim Pferd ist schwierig zu messen. Studienergaben, dass allein die Trennung vom Sozialpartner Magengeschwüre auftreten lässt.

  • Krankheiten/Operationen

    Pferde mit anderen Erkrankungen haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, Magengeschwüre zu entwickeln. Ebenso fördert eine Vollnarkose im Rahmen einer Operation wie auch die Gabe bestimmter Medikamente das Auftreten von Magengeschwüren.

Eine exakte Diagnose kann nur Ihr Tierarzt stellen
Eine Reihe klinischer Symptome geben einen Hinweis auf das Vorliegen von Magengeschwüren:

Erwachsenes Pferd

  • Wiederkehrende Koliken

  • Schlechtes/wählerisches Fressen

  • Schlechter Allgemeinzustand

  • Gewichtsverlust

  • Leistungsminderung

  • Zähneknirschen

  • Maulgeruch

  • "Aufstoßen"

  • Apathisches Verhalten

  • Verändertes Verhalten

Fohlen

  • Durchfall

  • Kolik

  • Rückenlage

  • Abgebrochenes Saufen

  • Starkes Speicheln

  • Zähneknirschen

  • Schlechter Entwicklungszustand

  • Struppiges Haarkleid

  • Aufgedunsener Bauch

  • Fieber, Blutbildveränderungen

Eine definitive Diagnose ermöglicht nur die Magenspiegelung (Gastoskopie). Hierbei wird mit einem Endoskop direkt in das Innere des Magens geschaut, Magengeschwüre sind dann direkt sichtbar.

Sollte eine Magenspiegelung zur Diagnosefindung nicht möglich sein, hilft auch eine sogenannte diagnostische Therapie. Das heißt, wenn sich die Symptome unter der Therapie bessern, sind Magengeschwüre als Ursache wahrscheinlich.

Behandlung/Therapie

Es giebt nur ein Tierarzneimittel mit dem Wirkstoff Omeprazol, das zur Vorbeugung und zur Therapie vom Magengeschwüren zugelassen ist. Nur bei diesem Medikament ist die hervorragende Wirksamkeit und Sicherheit beim Pferd nachgewiesen.

Vorteile der Behandlung

  • Omeprazol hat eine lange Wirkungsdauer und muss deshalb nur einmal am Tag verabreicht werden.

  • Das Medikament ist als Pastenformulierung auf dem Markt erhältlich und kann wie eine Wurmkur vom Besitzer selber verabreicht werden.

  • Das Präparat wurde speziell auf die Bedürfnisse des Pferdes abgestimmt.

  • Das Produkt ist zugelassen zur prophylaktischen Gabe. So schützt das Medikament z.B. im Rahmen eines Stallwechsels, bei längerem Transport, bei Absetzen der Fohlen, aber auch bei anderen Grunderkrankungen oder Klinikaufenthalt zuverlässig vor dem Auftreten von Magengeschwüren.

Zusätzlich zur Medikamentellen Therapie sollten die Haltungs-, Fütterungs- und Trainigsbedingungen so optimal wie möglich gestaltet werden.

Prophylaxe im Turniersport

Den Pferden werden einen Tag vor bzw. am Tage des Turniers/Transport/der Umstallung Omeprazol* verabreicht.

Die präventive Gabe sollte solange erfolgen, wie ulzerogene Auslöser vorhanden sind. Dauert beispielsweise ein (Turnier-) Besuch 2 Tage, so kann die präventive Gabe ebenfalls über 2 - 3 Tage erfolgen.

*im Turniersport zugelassen (FN)


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