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TIERARZT
Dr. R. MICHLING
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Die Gelenksveränderungen zählen zu den häufigsten Erkrankungen beim Hund. Die am häufigsten betroffenen Knochen und Gelenke sind Hüfte, Knie, Ellbogen, Schulter und Wirbelsäule. DefinitionArthroseDie Arthrose ist eine chronische, degenerative aber nicht entzündliche Gelenkerkrankung. Deren entzündliche Komponente wird den degenerativen Veränderung des Knorpels zugeschrieben. ArthritisDie Arthritis (Gelenksentzündung) ist eine degenerative Gelenkerkrankung, auch bezeichnet DJD (degenerative joint disease). Bei der Arthritis kommt es zu einer verdickten Gelenkkapsel durch die ansteigende Produktion der Gelenksflüssigkeit. Eine fortschreitende Arthritis führt zu einer Knorpelschädigung und zu einer aufgerauten Oberfläche des Knochens, die bei jeder Bewegung starke Schmerzen verursacht. UrsachenFür Knorpelschäden und den daraus resultierenden akuten Gelenkentzündungen (Arthritis) und chronischen Gelenkschäden (Arthrosen) gibt es viele Ursachen. Entweder ist die mechanische Belastbarkeit vermindert, d. h. die Belastungen sind normal, aber der Knorpel ist zu schwach:
oder der Knorpel ist ursprünglich normal, aber die Belastungen übersteigen das normale Ausmaß:
KrankheitsverlaufDurch Schädigung des Knorpels kommt es zu Substanzverlust des Gelenkknorpels und zu Entzündungen der Gelenkkapsel und der sich anschließenden , sehr empfindlichen Knochenhaut. Eine reaktiv vermehrte Gelenkfüllung (Erguss, Hydrops) und Knochenveränderungen (Auf- und Abbau) treten auf. Die Gelenkkapsel verdickt sich faserig. Im Endstadium kann es sogar zu vollständigen Versteifung (Ankylosierung) des Gelenkes kommen. Die immer stärker werdenden Schädigungen des Knorpels und die veränderte Beweglichkeit (Biomechanik) des Gelenkes unterhalten die Entzündungsvorgänge. Diese verursachen, vermittelt über Rezeptoren in der Gelenkinnenhaut, starke Schmerzen. Lahmheit und/oder Bewegungsunlust führt wiederum zur Verminderung der Muskelmasse (Muskelatophie) und zur Kapselschrumpfung. Dies kann wieder eine weitere Schädigung des Knorpels durch Kompression der Gelenkflächen nach sich ziehen. Ist der Knorpel bis in die tiefe geschädigt, kann keine vollständige Heilung mit gleichwertigem Gewebe (Regeneration) mehr stattfinden, sondern lediglich der Aufbau eines Ersatzgewebes (Reparation). KrankheitsformenMan unterscheidet verschiedene Krankheitsbilder, je nach betroffenen Knochen oder Gelenken:
KrankheitssymtomeAnzeichen von Erkrankungen des Bewegungsapparates können sein:
Die Symptome werden häufig erst spät erkannt, da die Tiere mit fortschreitender Arthrose auch oft schon älter sind, und die Bewegungsunlust daher dem zunehmenden alter des Tieres zugeschrieben wird. DiagnoseDas erkrankte Gelenk ist bei Manipulationen schmerzhaft, die Bewegungsfähigkeit ist oft eingeschränkt oder bei einer Gelenksinstabilität extrem vermehrt. Häufig zeigt sich eine Muskelatrophie, die zeigt, dass die Muskulatur der betroffenen Gliedmaße schon länger nicht mehr vollständig benutzt wird. Die endgültige Diagnose wird i.d.R. durch Röntgenaufnahmen gestellt. TherapieErkrankte Tiere werden zeitlebens mehr oder weniger Beschwerden mit den erkrankten Gelenken haben - Arthrose ist nicht heilbar. Ziel der therapeutischen Maßnahmen soll sein:
Es stehen verschiedene therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung, deren Einsatz im Einzelfall abgewogen werden muss: Um den Verlauf aus Schmerzen, weniger Bewegung und Zunahme der Arthose zu durchbrechen, müssen Analgetika (Schmerzmittel) eingesetzt werden. MedikamenteMan unterscheidet drei Arten von Medikamenten mit unterschiedlichen Wirkmechanismen:
AkupunkturDie Akupunktur ist die älteste Form der Schmerzausschaltung, sie kann mit Akupunkturnadeln erfolgen, aber auch durch Einsatz von Akupunkturlasern. GoldakupunkturDie Goldakupunktur bzw. Goldimplantation ist eine Sonderform der Akupunkturbehandlung. Anstelle von Akupunkturnadeln , die nur zeitlich begrenzt Schmerzen unterdrücken können, werden 24-karätige , kleine Goldstücke mittels Kanülen in bestimmte Akupunkturpunkte abgelegt. Diese Goldstücke bewirken eine "Dauerakupunktur", die Schmerzen werden dadurch gelindert und der Hund läuft beschwerdefrei. Dieser einmalige Eingriff findet unter Narkose statt und wirkt i.d.R. ein Leben lang. Die Stücke verbleiben nachgewiesenermaßen am Implantationsort. Chirurgische MaßnahmenBei krankhaften Veränderungen der Hüfte (HD) können auch operative Maßnahmen in Betracht kommen, z.B.:
In jedem Fall ist eine frühzeitige und dauerhafte Behandlung ist für den Therapieerfolg von besonderer Bedeutung. Weitere MaßnahmenGewichtskontrolleHalten Sie Ihren Hund auf Idealgewicht, um die Gelenke nicht zusätzlich zu belasten. Bei übergewichtigen Tieren sollte eine Gewichtsreduzierung angestrebt werden. Kontrollierte Bewegungd.h.:
PräventionPrinzipiell sollte gerade im jungen Alter auf eine geeignete Ernährung (bereits im Welpenalter) und Bewegung geachtet werden, um zu schnelles Wachstum und eine Überbelastung der Gelenke zu verhindern. Bei jungen Hunden sollte man hohe Dauerbelastungen oder zu intensives Training in der Hauptwachstumsphase (bis zum 7. Monat) vermeiden. Eine weitere Möglichkeit, den Gelenkknorpel zu unterstützen, ist die Gabe von Ergänzungsfuttermitteln (Chondroprotektiva), diese enthalten vorwiegend Extrakte der neuseeländischen grünlippigen Muschel. Sie dienen der Ernährung des Gelenkknorpels - sie unterstützen die Regulierung, Stabilisation und Regeneration von Knorpeln, Bändern und Sehnen. Achtung: FazitUm die Lebensqualität von Arthrosepatienten nachhaltig zu verbessern, müssen alle Therapiemethoden langfristig - am besten lebenslang - eingesetzt werden. |
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13.10.2006 | ||||||||
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