TIERARZT Dr. R. MICHLING
Tierärztliche Praxis für Kleintiere und Pferde

 


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Borreliose

Tel.: 04421 773770
Fax: 04421 773771

Stellungnahme zu Aussagen und Behauptungen bzgl. Der Borreliose-Impfung mit Merilym®:

Sind 95% der Hunde resistent?

5-10% der infizierten Hunde erkranken an der Borreliose. Dies bedeutet aber nicht, das 95% der Hunde resistent sind. Sie können sich jederzeit neu infizieren und auch erkranken, es kommt nicht zu einer natürlichen Immunität und sie sind daher auch nicht geschützt.

Können Borreliose-Erkrankte mit Antibiotika geheilt werden?

Eine vollständige, dauerhafte Heilung von an Borrelien erkrankten Hunden wird in der Literatur bezweifelt. Eine Studie von Staubinger et al. belegt, daß an Borreliose erkrankte Hunde auch nach 30-tägiger Amoxicillin- oder Doxycyclinbehandlung in Haut- und multiplen Gewebsproben PCR-positiv waren. Während der Behandlung gesunkene Antikörpertiter erhöhten sich nach der Therapie wieder. Dies weist darauf hin, daß es nie ganz gelingt, bei erkrankten Hunden Borrelien mittels Antibiotikatherapie komplett aus dem Körper zu eliminieren. D.h. es ist mit Rezidiven selbst nach langer Antibiotikatherapie zu rechnen.

Ist der in Deutschland zugelassene Impfstoff nur gegen eine Bakterienart gerichtet?

Merilym® enthält den europäischen Stamm von B. burgdorferi sensu stricto. Dies ist bisher der einzige Stamm, für diesen beim Hund eine Pathogenität anhand von Testinfektionen nachgewiesen wurde. Das heißt es fehlt bisher der Nachweis, dass auch B. afzelii und B. garinii, die man noch als humanpathogene Arten kennt, auch beim Hund pathogen sind. Der Impfstoff enthält also den Stamm, der beim Hund für die Hauptsymptome (Muskel- und Gelenksentzündungen) verantwortlich ist.

Werden neutralisierende Antikörper durch den Impfstoff gebildet?

Es wurde nachgewiesen, dass nur geimpfte Tiere im Gegensatz zu natürlich infizierten Hunden schützende Antikörper besitzen. Darüber hinaus wurde die Wirksamkeit des Impfstoffes anhand einer heterologen Testinfektion belegt. Testinfektionen besitzen wesentlich mehr Aussagekraft in Bezug auf die Wirksamkeit eines Impfstoffes als die alleinige Bestimmung des Antikörpertiters. Nur durch eine Testinfektion kann überprüft werden, ob die Antikörper auch vor einer Infektion schützen. Bei der Wirksamkeitsprüfung zu Merilym®  waren 100% geimpfte Tiere nach einer Testinfektion geschützt.

Können infizierte Hunde die nicht erkrankt sind durch die Impfung erkranken?

Es handelt sich um einen inaktivierten Impfstoff, daher kann ausgeschlossen werden, dass es nach einer Impfung zu einem „Impfdurchbruch“ kommt. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass Hunde mit sogenannten „Feldtitern“ (infiziert aber nicht erkrankt) durch eine Impfung geboostert werden, d.h. es kommt zu einem deutlichen Anstieg der Antikörpertiter, keiner dieser Hunde erkrankte.

Sind die serologischen Nachweismethoden (Antikörper im Blut) unzuverlässig?

Es gibt derzeit keine Standardmethode bzgl. der Borreliosediagnostik, wie es bei anderen Infektionskrankheiten üblich ist. Es wird daher eine Stufendiagnostik empfohlen, die als ersten Test den sehr sensitiven ELISA empfiehlt. Mit einem Westernblot kann zudem zwischen Impf- und Feldtiter unterschieden werden. Aussagekräftig ist nur ein positiver Antikörpertiter mit Vorhandensein klinischer Symptome.

Fazit:

  • Die Diagnostik der Borreliose ist nicht einfach, da es keine Standardmethode gibt. Frühsymptome fehlen häufig.

  • Eine Antibiotikatherapie erkrankter Tiere ist langwierig und nicht immer Erfolgreich (Rezidivneigung, da die Rückzugsgebiete der Borrelien zum Teil schwer erreichbar sind).

  • Eine Borrellioseerkrankung kann bei Hunden zu Spätschäden führen (chronische Arthritiden, Nierenerkrankungen), die nicht immer mit einer vorangegangenen Infektion in Verbindung gebracht werden.

  • Natürlich infizierte Hunde besitzen keine protektiven (schützenden) Antikörper, nur geimpfte Tiere besitzen einen sicheren Schutz.

  • Die Merilym®-Impfung ist derzeit die einzige Möglichkeit prophylaktisch gegen die Borreliose vorzugehen (neben Einsatz von Ektoparasitika wie Frontline®, Exspot® und Advantix® um die Übertragung durch Zecken zu verhindern).

Quelle: Stellungnahme Merial GmbH, Dr Karin Rebel, Technical Service Kleintiere

05.04.2005

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