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TIERARZT
Dr. R. MICHLING
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AllgemeinesBei Diabetes mellitus ist das Tier nicht mehr in der Lage, seinen Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Das Hormon Insulin, das in bestimmten Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), den Insel- oder Betazellen, gebildet wird, ist für die Speicherung und Verwertung von Glukose (Zucker) verantwortlich. Insulin ist an dem Transport von Glukose in die Zellen verantwortlich. Wenn nicht genügend Insulin zur Verfügung steht, reichert sich Glucose im Blut an. Den Zellen steht somit keine Energie zur Verfügung und es werden andere Energielieferanten verwendet. Um seinen Energiebedarf zu decken frisst ein diabetisches Tier oft mehr als zuvor. Da die Nahrung aber nicht richtig verwertet wird, nimmt es dennoch ab. Die Nieren beginnen die überschüssige Glukose auszuscheiden, dazu muss sehr viel Flüssigkeit verstoffwechselt werden - das Tier trinkt vermehrt und zeigt vermehrten Harnabsatz. Es werden zwei Diabetes-Typen unterschieden:
UrsachenDie Zuckerkrankheit entsteht durch einen angeborenen oder erworbenen Mangel an Insulin. Der Mangel kann "absolut" oder "relativ" sein:
SymptomeInsulinmangel zeigt sich häufig mit folgenden Symptomen:
Die Symptome können aber auch bei anderen Erkrankungen auftreten. DiagnoseEine sichere Diagnose des Diabetes mellitus lässt sich mit einer Blut- und Harnuntersuchung stellen. Bei Katzen kann eine "Stresshyperglykämie" vorliegen und ein erhöhter Blutzuckerwert diagnostiziert werden ohne, dass Diabetes vorliegt. Im Urin lässt sich dagegen bei diesen Tieren keine Glukose nachweisen. Zur sicheren Diagnose empfiehlt sich daher bei Katzen die Bestimmung der Fructosaminwerte im Blut. BehandlungBei Diabetes mellitus gibt es kaum eine Heilung. Die Behandlung lässt sich aber mittels Insulingaben und einem Diabetes-Fütterungsmanagement gut kontrollieren. Diabetische Hündinnen sollten immer kastriert werden, da das Hormon Progesteron die Insulinwirkung negativ beeinflusst. Eine homöopathische Behandlung ist nicht möglich. EinstellungDiabetes mellitus ist eine Erkrankung, bei der die Therapie sehr individuell eingestellt werden muss. Anfangs wird eine Dosis berechnet, die sich auf das Körpergewicht bezieht, und später ggf. dem tatsächlichen Bedarf angepasst wird. Drei bis vier Tage nach Beginn der Insulintherapie sollte ein Blutzuckertagesprofil erstellt werden. Der angestrebte niedrigste Wert des Blutzuckers sollte bei 100 - 125 mg/dl liegen. Erhaltungsdosis/DauertherapieWenn die richtige Dosis eingestellt ist, zeigt sich in der Regel schnell eine Besserung, die Wasseraufnahme und -ausscheidung normalisieren sich, das Tier wird lebhafter und das Fell bekommt seinen alten Glanz zurück. Da der Bedarf an Insulin noch schwanken kann, sollte der Harn- und Blutzuckerspiegel weiterhin zu Hause bzw. beim Tierarzt kontrolliert werden. Wenn das Tier eingestellt ist, ist ein Kontrollbesuch beim Tierarzt ca. alle drei Monate sinnvoll. Weitere MaßnahmenDiabetes-FütterungsmanagementJe geeigneter die Nahrung, desto geringer kann die Dosis des gespritzten Insulins sein. Bei manchen Diabetes-Patienten kann der Blutzuckerspiegel allein durch eine Diät so reguliert werden, dass Insulingaben komplett überflüssig werden. Ansprüche an die Nahrung bei Diabetes mellitus:
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10.03.2006 | ||||||||
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