TIERARZT Dr. R. MICHLING
Tierärztliche Praxis für Kleintiere und Pferde

 


Index

Home

Übergeordnete Ebene

Zurück

Inhauser Str. 22 (Ecke Accumer Str.), D-26389 Wilhelmshaven

Diabetes

Tel.: 04421 773770
Fax: 04421 773771

Allgemeines

Bei Diabetes mellitus ist das Tier nicht mehr in der Lage, seinen Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

Das Hormon Insulin, das in bestimmten Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), den Insel- oder Betazellen, gebildet wird, ist für die Speicherung und Verwertung von Glukose (Zucker) verantwortlich.

Insulin ist an dem Transport von Glukose in die Zellen verantwortlich. Wenn nicht genügend Insulin zur Verfügung steht, reichert sich Glucose im Blut an. 

Den Zellen steht somit keine Energie zur Verfügung und es werden andere Energielieferanten verwendet. Um seinen Energiebedarf zu decken frisst ein diabetisches Tier oft mehr als zuvor. Da die Nahrung aber nicht richtig verwertet wird, nimmt es dennoch ab.

Die Nieren beginnen die überschüssige Glukose auszuscheiden, dazu muss sehr viel Flüssigkeit verstoffwechselt werden - das Tier trinkt vermehrt und zeigt vermehrten Harnabsatz.

Es werden zwei Diabetes-Typen unterschieden:

  • Typ 1
    Insulinabhängig, besonders bei jungen Tieren, meist angeborene Störung der Insulinbiosynthese
  • Typ 2
    Insulinunabhängig, meist bei älteren Tieren, erworbene verminderte Insulinwirkung - Risikofaktor Adipositas

Ursachen

Die Zuckerkrankheit entsteht durch einen angeborenen oder erworbenen Mangel an Insulin. Der Mangel kann "absolut" oder "relativ" sein:

  • Absolut
    die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) bildet zu wenig Insulin
  • Relativ
    es wird ausreichend Insulin gebildet, aber die Rezeptoren sind nicht voll empfänglich und das vorhandene Insulin wird (teilweise) nicht erkannt

Symptome

Insulinmangel zeigt sich häufig mit folgenden Symptomen:

  • erhöhte Harnmenge wird ausgeschieden (Polyurie)
  • vermehrtes Trinken (Polydipsie)
  • vermehrte Futteraufnahme (bei gleichzeitiger Gewichtsabnahme)
  • Fettleibigkeit oder Gewichtsverlust
  • Fellveränderungen
  • grauer Star
  • Abgeschlagenheit und Lethargie

Die Symptome können aber auch bei anderen Erkrankungen auftreten.

Diagnose

Eine sichere Diagnose des Diabetes mellitus lässt sich mit einer Blut- und Harnuntersuchung stellen.

Bei Katzen kann eine "Stresshyperglykämie" vorliegen und ein erhöhter Blutzuckerwert  diagnostiziert werden ohne, dass Diabetes vorliegt. Im Urin lässt sich dagegen bei diesen Tieren keine Glukose nachweisen. Zur sicheren Diagnose empfiehlt sich daher bei Katzen die Bestimmung der Fructosaminwerte im Blut.

Behandlung

Bei Diabetes mellitus gibt es kaum eine Heilung. Die Behandlung lässt sich aber mittels Insulingaben und einem Diabetes-Fütterungsmanagement gut kontrollieren.

Diabetische Hündinnen sollten immer kastriert werden, da das Hormon Progesteron die Insulinwirkung negativ beeinflusst.

Eine homöopathische Behandlung ist nicht möglich.

Einstellung

Diabetes mellitus ist eine Erkrankung, bei der die Therapie sehr individuell eingestellt werden muss.

Anfangs wird eine Dosis berechnet, die sich auf das Körpergewicht bezieht, und später ggf. dem tatsächlichen Bedarf angepasst wird.

Drei bis vier Tage nach Beginn der Insulintherapie sollte ein Blutzuckertagesprofil erstellt werden. Der angestrebte niedrigste Wert des Blutzuckers sollte bei 100 - 125 mg/dl liegen.

Erhaltungsdosis/Dauertherapie

Wenn die richtige Dosis eingestellt ist, zeigt sich in der Regel schnell eine Besserung, die Wasseraufnahme und -ausscheidung normalisieren sich, das Tier wird lebhafter und das Fell bekommt seinen alten Glanz zurück.

Da der Bedarf an Insulin noch schwanken kann, sollte der Harn- und Blutzuckerspiegel weiterhin zu Hause bzw. beim Tierarzt kontrolliert werden. 

Wenn das Tier eingestellt ist, ist ein Kontrollbesuch beim Tierarzt ca. alle drei Monate sinnvoll.

Weitere Maßnahmen

Diabetes-Fütterungsmanagement

Je geeigneter die Nahrung, desto geringer kann die Dosis des gespritzten Insulins sein. Bei manchen Diabetes-Patienten kann der Blutzuckerspiegel allein durch eine Diät so reguliert werden, dass Insulingaben komplett überflüssig werden.

Ansprüche an die Nahrung bei Diabetes mellitus:

  • hoher Proteingehalt
    verzögerte Versorgung mit Glukose
  • reduzierter Energiegehalt
    Minimierung der Insulinresistenz
  • keine Verwendung von Einfachzuckern
  • Beimischung von Flohsamen (Psyllium) und Gerste
    vermindert den steilen Anstieg des Blutzuckerspiegels
  • stark reduzierter Stärkeanteil
    verringert das Risiko der Hyperglykämie
  • diätische Fasern
    zur Verringerung der täglichen Insulindosis

 

 

 

 

10.03.2006

©Dr. Ralf Michling 2004-2008 - Impressum - eMail an den Webmaster