Die Ursachen von Herzerkrankungen sind verschieden, meist handelt es sich beim Hund um Erkrankungen der Herzklappen oder des Herzmuskels.
Quelle: in Anlehnung an Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH
Die degenerative Herzklappeninsuffizienz oder Endokardiose ist die häufigste Ursache der Herzinsuffizienzen beim Hund. Sie tritt meist bei mittelalten bis älteren Tieren auf, wobei Zwerg- und Kleinrassen besonders betroffen sind (z.B. Yorkshire Terrier, Dackel, Pudel).
Klappenveränderungen entwickeln sich meist über viele Jahre. Es kommt im Laufe der Erkrankung zur Bildung von knotigen Verdickungen an den Klappenrändern, so dass diese nicht mehr richtig schließen können. damit werden die Herzklappen ihrer Aufgabe nicht mehr gerecht und zu wenig Blut wird in den Organismus gepumpt bzw. es kommt zu Stauungen.
Viele Hunde bleiben durch den schleichenden Verlauf der Erkrankung über Monate oder gar Jahre hinweg symptomfrei. Kommt es jedoch zur Ausbildung klinischer Symptome, sollte rasch therapiert werden.

Betroffen von dieser schweren Erkrankung sind vor allem Hunde großer Rassen (z.B. Boxer, Dobermann, Dt. Dogge, Irischer Wolfshund) und dies bereits in relativ jungem Alter. Bei der Herzmuskelerkrankung kann sich der Herzmuskel nicht richtig zusammen ziehen. Ursache hierfür ist ein "Dünnerwerden" der muskulösen Herzwände - das Herz ist regelrecht "ausgeleiert" und verliert seine Pumpleistung.
Im Gegensatz zu Klappenerkrankungen schreitet die Herzmuskelschwäche schneller voran und führt oft schon innerhalb von Wochen/Monaten zu einer deutlichen Verschlechterung.
Ganz besonders schwerwiegend wird die Erkrankung, wenn zusätzlich Rhythmusstörungen (Arrhythmien) auftreten.

Mit der Zeit schreitet die Erkrankung voran und die ersten Krankheitssymptome treten auf. Anfangs nur unter körperlicher Belastung, später auch in Ruhe.
Symptome einer Herzerkrankung können sein:
- Allgemeine Schwäche und ständige Müdigkeit, massiver Leistungsabfall.
- Husten nach Anstrengung und Aufregung, später auch in Ruhe, nachts oder beim fressen und Trinken.
- Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem, Husten).
- Wasseransammlung im Bauch (Aszites).
- Kurzatmigkeit bis hin zur Atemnot.
- Nächtliche Unruhe bzw. Ruhelosigkeit.
- Appetit- und Gewichtsverlust.
- Fehlende Lebensfreude.
- Kollaps, Ohnmachtsanfälle oder Krämpfe durch ungenügende Sauerstoffversorgung des Gehirns.
Sollten Sie irgendwelche Auffälligkeiten an Ihrem Tier beobachten, suchen Sie frühzeitig einen Tierarzt auf.

Therapie
Hunden mit Herzerkrankungen sollten frühzeitig Medikamente bekommen, die die Herztätigkeit unterstützen.
Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die die Herzkraft stärken, und die Gefäße im gesamten Organismus erweitern, so dass das Herz gegen einen weitaus kleineren Widerstand ankämpfen muss - die Herzleistung wird erhöht, und die Herzarbeit wird durch die Gefäßerweiterung erleichtert.
Das Fortschreiten der Herzerkrankung kann dadurch verlangsamt werden und die Lebenserwartung Ihres Hundes steigt, jedoch nicht geheilt werden.
Nachuntersuchungen
Eine Herzerkrankung ist nicht heilbar,
und um den Krankheitsverlauf optimal zu verfolgen sind Therapiekontrollen und die Überwachung des Gesundheitszustandes Ihres Hundes wichtig.
Medikamentengabe
Geben Sie die verordneten Medikamente entsprechend den Anweisungen, bzw. setzen Sie niemals ein Medikament ohne Rücksprache mit Ihrem Tierarzt ab und ändern Sie auf keinen Fall die Dosierung.
Weitere Maßnahmen
Fütterung
Vermeiden Sie unbedingt Übergewicht (Adipositas) bei Ihrem Hund. Das Fettgewebe stellt eine zusätzliche Belastung für das Herz dar, da es mit durchblutet werden muss. In einigen Fällen kann es ratsam sein eine spezielle Diät zu füttern.
Bewegung
Überanstrengen Sie Ihren Hund nicht, auch wenn sein Bewegungsdrang und seine Lauffreude wieder zunehmen.
Vermeiden Sie extreme Hitze, verlegen Sie die Spaziergänge im Sommer in die frühen Morgenstunden bzw. in die Abendstunden.

Quelle: in Anlehnung an Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH