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TIERARZT
Dr. R. MICHLING
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Das Herpesvirus wurde erstmals Mitte der 60er Jahre im Zusammenhang mit schweren Erkrankungen von neugeborenen Welpen in den USA entdeckt. Inzwischen ist bekannt, dass diese heimtückisches Virus weltweit vorkommt. Viele Untersuchungen in Europa deuten darauf hin, dass die Gefahr der Herpesinfektion bisher unterschätzt wurde. In Frankreich und Holland sind viele Hunde und Zuchten, die von Welpensterben betroffen sind, mit dem Herpesvirus infiziert. In Deutschland sind 30 % der Zuchthunde betroffen, wie aktuelle Studien aus 2005 der Universität Leipzig bestätigen. Von großer Bedeutung ist das Herpesvirus v. a. in Hundezuchten, wo es zu erheblichen Verlusten unter neugeborenen Welpen führt. Deshalb wird diese Erkrankung auch als "infektiöses Welpensterben" bezeichnet. Vor allem die schwachen, unter zwei bis drei Wochen alten Welpen sind besonders gefährdet. Für sie endet die Infektion mit dem Herpesvirus häufig tödlich. Werden Hündinnen während der Trächtigkeit infiziert, kann das Muttertier die Infektion noch gut wegstecken. Gefährlich wird das Herpesvirus jedoch für ihre Welpen, denn die Infektion während der Trächtigkeit kann zu Früh- oder Totgeburten führen. Ist eine ganze Hundezucht betroffen, wirkt sich die Infektion besonders dramatisch aus. SymptomeErkrankte Welpen sterben oft wenige Tage nach Auftreten erster Symptome. Zu Beginn zeigen die Welpen gelblich-grünen Durchfall oder Erbrechen, kurze Zeit später verweigern sie jedoch das Saugen, wimmern kläglich und strampeln mit den Beinen. Die geschwächten Welpen verlieren rasch an Gewicht, evtl. kann es zusätzlich noch zu Blutungen in der Haut und den Schleimhäuten kommen. Für die kleinen, schwachen Welpen gibt es kaum eine Rettung. Sie sterben innerhalb von Tagen jämmerlich. TherapieLeider gibt es keine Behandlungsmöglichkeit bei bereits mit Herpesviren infizierten Tieren. Eine geringe Überlebenschance besteht für erkrankte Welpen darin, diese möglichst schnell in warme Umgebung zu bringen, um ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Überleben die Welpen die Infektion, kann eine lebenslange Herpesinfektion zurück bleiben. Durch Stress (Ausstellung, Geburt andere Erkrankungen u. a.) kann es jedoch zu einer Reaktivierung und Ausscheidung des Erregers kommen und damit verbunden zu einer Ansteckung anderer Tiere in der Zucht. ProphylaxeImpfung der Hündinnen während jeder Trächtigkeit. Die Welpen werden zuverlässig in den ersten Lebenstagen vor einer Herpesvirusinfektion geschützt:
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30.05.2006 | ||||||||
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