<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom">
    <link href="https://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten?sAtom=1" rel="self" type="application/atom+xml" />
    <author>
        <name>TierarztPraxis Wilhelmshaven® - Dr. med. vet. Ralf Michling</name>
    </author>
    <title>Blog / Atom Feed</title>
    <id>http://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten?sRss=1</id>
    <updated>2026-03-09T18:31:48+01:00</updated>
    
        <entry>
            <title type="text">Benigne Prostatahyperplasie (BPH) beim Hund</title>
            <id>http://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/benigne-prostatahyperplasie-bph-beim-hund</id>
            <link href="https://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/benigne-prostatahyperplasie-bph-beim-hund"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Unter benigner Prostatahyperplasie (BPH) versteht man eine primär nicht-entzündliche Vergrößerung der Prostata durch Proliferation ihrer epithelialen und mesenchymalen Strukturen. Diese physiologischen Veränderungen treten bei über 95 % der intakten älteren Rüden auf, führen j...
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                 Unter benigner Prostatahyperplasie (BPH; gutartige Vergrößerung der Prostata) versteht man eine primär nicht-entzündliche Vergrößerung der akzessorischen Geschlechtsdrüse durch einfache Proliferation ihrer epithelialen und mesenchymalen Bestandteile. Die BPH&amp;nbsp;betrifft bevorzugt&amp;nbsp;Rüden&amp;nbsp;im fortgeschrittenen&amp;nbsp;Alter, d.h. die älter als 5 Jahre sind. Der Strukturwandel des Drüsenepithels hingegen beginnt bereits im Alter von zwei Jahren und führt mit der Zeit zu multiplen, intraprostatischen kleinen Zysten, die mit einer glasklaren bis gelblichen Flüssigkeit gefüllt sind. Diese Zysten können im fortgeschrittenen Stadium auch über die Prostataoberfläche vorragen. 
 Bei&amp;nbsp;unkastrierten&amp;nbsp;Rüden vergrößert sich die Prostata im Verlauf des Alterns zunehmend, sodass ab dem 9. Lebensjahr das&amp;nbsp;Organ&amp;nbsp;in 95&amp;nbsp;% der Fälle von Zysten mit unterschiedlichem Durchmesser durchsetzt ist. Der Großteil der betroffenen Rüden entwickelt jedoch keine klinisch manifeste&amp;nbsp;Erkrankung. 
 Ätiologie/Pathogenese 
 Als Ursache für die BPH gilt die&amp;nbsp;Akkumulation&amp;nbsp;von&amp;nbsp;Dihydrotestosteron&amp;nbsp;(DHT) in der Prostata, die auf zwei Veränderungen im&amp;nbsp;Hormonhaushalt&amp;nbsp;alternder Rüden zurückzuführen ist: 
 
 
 Reduktion der&amp;nbsp;Testosteroninkretion&amp;nbsp;mit dadurch bedingter Verschiebung des Gleichgewichts der&amp;nbsp;Sexualsteroide&amp;nbsp;zugunsten der&amp;nbsp;Östrogene&amp;nbsp;(17-β-Östradiol&amp;nbsp;induziert&amp;nbsp;Rezeptoren&amp;nbsp;für DHT). 
 
 
 Deutlich reduzierter&amp;nbsp;Katabolismus&amp;nbsp;von Dihydrotestosteron in der Prostata.    
 
 
 Diese Veränderungen führen zu einer Vermehrung und Vergrößerung der&amp;nbsp;Drüsenepithelzellen&amp;nbsp;sowie zur Bildung kleiner&amp;nbsp;Zysten. 
 Sympthome 
 
 
 Die BPH verläuft meist klinisch&amp;nbsp;inapparent&amp;nbsp;und führt erst im fortgeschrittenen Stadium zu&amp;nbsp;Symptomen: 
 
 
 Kotabsatzschwierigkeiten 
 
 
 plattgedrückter, bandförmiger Kot 
 
 
 intermittierendes&amp;nbsp;Abträufeln von gelblich bis&amp;nbsp;blutig-serösem&amp;nbsp;Sekret&amp;nbsp;aus der Urethra (Harnröhre) 
 
 
 sporadische oder permanente, geringe&amp;nbsp;Hämaturie (Blut im Urin) 
 
 
 Die Rüden sind meist bei gutem&amp;nbsp;Allgemeinbefinden&amp;nbsp;und zeigen keine Anzeichen einer&amp;nbsp;systemischen&amp;nbsp;Erkrankung.&amp;nbsp; 
 Als Folge einer Vergrößerung des Organs können&amp;nbsp; Perinealhernien (Dammbruch) auftreten.  
 
  Diagnose  
 
 Anhand der&amp;nbsp;Anamnese ergeben sich bereits erste Anhaltspunkte. Anhand weiterführender Untersuchungen kann eine Verdachtsdiagnose gestellt werden: 
 &amp;nbsp; 
 
 
 
  Rektale Untersuchung  Hinweise auf Grösse, Beschaffenheit und Schmerzhaftigkeit.&amp;nbsp;Bei der&amp;nbsp;rektalen Palpation&amp;nbsp;ist die Prostata nicht&amp;nbsp;druckdolent, jedoch symmetrisch vergrößert und weist eventuell eine höckrige Oberfläche auf. 
 
 
   Röntgen   Darstellung der Grössen- und Lageveränderungen.&amp;nbsp;Im seitlichen&amp;nbsp;Röntgenbild&amp;nbsp;ist die Prostata als eine weichteildichte Masse erkennbar, die sich&amp;nbsp;kaudal&amp;nbsp;dem&amp;nbsp;Harnblasenhals&amp;nbsp;anschließt. Die Drüse gilt als vergrößert, wenn ihr&amp;nbsp;ventrodorsaler&amp;nbsp;Durchmesser zwei Drittel der Distanz von der&amp;nbsp;Beckensymphyse&amp;nbsp;zum&amp;nbsp;Iliosakralgelenk&amp;nbsp;übersteigt.&amp;nbsp;Im fortgeschrittenen Stadium führt die&amp;nbsp;hyperplastische&amp;nbsp;Prostata zu einer&amp;nbsp;Kompression&amp;nbsp;des&amp;nbsp;Rektums&amp;nbsp;und verdrängt zusätzlich die Harnblase in&amp;nbsp;kranialer&amp;nbsp;Richtung. 
 
 
   Ultraschall   Darstellung der inneren Struktur sowie der genauen Größe. In der&amp;nbsp;Ultraschalluntersuchung&amp;nbsp;stellt sich das Organ normal bis&amp;nbsp;hyperechogen&amp;nbsp;dar, wobei häufig hyperechogene Zysten verschiedener Größen erkennbar sind. 
 
 
   Blutuntersuchung   Messung der Canine Prostata Spezifische Arginin Esterase (CPSE).&amp;nbsp; Das Enzym CPSE wird unter Kontrolle der Sexualsteroide, v.a. Testosteron, durch die Prostatazellen sezerniert. Wenn die Prostatazellen hyperplastisch werden, steigt CPSE signifikant an.  
 
 
 
 &amp;nbsp; 
 Eine sichere Diagnose kann jedoch nur durch eine zytologisch&amp;nbsp;oder histologisch&amp;nbsp;Untersuchung mittels  Punktion (FNA)  gestellt werden.&amp;nbsp; 
 
 Grundsätzlich kommen diffenrenzialdiagnostisch weitere mit einer Vergrößerung einhergehenden Prostataerkrankungen bzw. Folgeerkrankungen infrage und müssen ausgeschlossen werden, z.B.: 
 
 
 Prostataabszess 
 
 
 Prostatametaplasie 
 
 
 Prostatitis 
 
 Prostatatumor 
 
 
 &amp;nbsp; 
 
 
 
 
 Therapie 
  Diese hat vor allem das Ziel, den Testosteron- Einfluss auf die Prostata zu minimieren, dazu gibt es verschieden Optionen:  
 
 
   chirurgische Kastration     effektivste und dauerhafte Behandlung, eine Volumenabnahme&amp;nbsp;&amp;nbsp;(Involution)&amp;nbsp;ist&amp;nbsp;  nach 3 Wochen um etwa 50 % und nach 9 Wochen um 70 % festzustellen  
 
 
  medikamentelle Behandlung  zum Einsatz kommen&amp;nbsp;Antiandrogene wie Delmadinon, Osateron, Finasterid oder Deslorelin 
 
 
  Prophylaxe  
 Vorteilhaft ist es – gerade bei älteren Hunden - die Prostata ein- bis zweimal jährlich routinemässig untersuchen zu lassen. 
 
 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2025-01-23T00:00:00+01:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Okuläres Brachycephalensyndrom</title>
            <id>http://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/okulaeres-brachycephalensyndrom</id>
            <link href="https://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/okulaeres-brachycephalensyndrom"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Das okuläre Brachyzephalensyndrom fasst eine Reihe von anatomischen Veränderungen und daraus resultierenden Erkrankungen zusammen, die einzeln oder auch in Kombinationen auftreten können.
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                  Das  okuläre Brachyzephalensyndrom &amp;nbsp; fasst eine Reihe von anatomischen Veränderungen und daraus resultierenden Erkrankungen zusammen, die einzeln oder auch in Kombinationen auftreten können.    
 Folgende Befunde sind typisch für das okuläre Brachyzephalensyndrom: 
 
 
    Pathologische Exophthalmus  durch f lache Orbita (Augenhöhlen)  im Sinne eines „Kindchenschemas“ und vor allem bei kleinen brachyzephalen Hunderassen (z. B. Mops, Shih Tzu) in Relation zu ihrer Körpergröße zu große Augäpfel. 
 
 
  Schwache Ausbildung der Augenmuskeln , die an der Sklera ansetzen.&amp;nbsp; 
 
 
  Vergrößerte Lidspalte  (Makroblepharon) aufgrund einer Bindegewebsschwäche der Haut mit Nachgeben der Lidspalte gegenüber den hervorstehenden Augen. Bei diesen Hunden ist daher in der Regel sehr viel Sklera (weiße Augenhaut) in den Lidwinkeln zu sehen. Als Folge kommt es zu einem ungenügenden Lidschluss, die Tiere nicht richtig Blinzeln und die Augen trocknen schneller aus. 
 
 
 Diese anatomischen Gegebenheiten (flache Augenhöhle, großer Augapfel, weite Lidspalte, verkümmerte Augenmuskeln) führen dazu, dass es bei den brachyzephalen Rassen sehr viel einfacher zu einem Bulbusprolaps/Exopthalmus (Hervorfallen des Augapfels) kommt. Dies kann durch wildes Spiel, durch eine Beißerei mit einem Artgenossen, festes Zupacken im Nacken oder auch nur durch einen Sprung/Sturz hervorgerufen werden. 
 Zusätzlich können noch weitere Befunde hinzukommen: 
 
 
  Reduzierte Innervation  der Augenoberfläche mit der Folge einer  reduzierten Tränflüssigkeit  und  reduziertem Blinzeln  
 
 
  Nickhautdrüsenprolaps  (Vorfall der Nickhautdrüse) 
 
 
  Fehlwachstum von Haaren&amp;nbsp; (Distichiasis) im Augenbereich. Veranlagung 
 
 
  Nasales Entropium  (eingedrehtes Augenlid &quot;Roll-Lid&quot;) 
 
 
  Ausgepräge Nasenfalten &amp;nbsp;die&amp;nbsp; bei Augenkontakt zu einer Irritation von Hornhaut oder Bindehaut führen.&amp;nbsp;  Die Reibung von Haaren im Auge kann Hornhautdefekte auslösen und die Sehfähigkeit der Hunde beeinträchtigen.  
 
 
  Therapie und Propylaxe  
 Zur&amp;nbsp;Prophylaxe kann bei&amp;nbsp;Reizungen am Auge&amp;nbsp;ein spezielles Tränenersatzgel oder Augentropfen verabreicht werden. Dies kann die verminderte zentrale Befeuchtung der Hornhaut unterstützen und somit den&amp;nbsp;Erhalt oder die Wiederherstellung einer positiven Mikroflora am Auge begünstigen um das Risiko für Entzündungen zu reduzieren. 
 Zur Behandlung&amp;nbsp; chronischer Probleme &amp;nbsp;kommen idR. nur chirurgische Maßnahmen in Betracht: 
 
 
 Verkleinerung der Lidspalte, 
 
 
  Korrektur eines vorhandenen Entropiums , 
 
 
  Reposition der Nickhautdrüse , 
 
 
 Reduktion (nur der an den Augen gelegene Teil) bzw. Entfernung der Nasenfalte 
 
 
 und dauerhafte Verödung fehlgewachsener Haare am Auge (Distichiasis). 
 
 
 Ebenso kann bei Hornhautulzera das Anlegen einer Nickhautschürze (Vorziehen und Vernähen der Nickhaut am Oberlid), ein vorübergehender Lidverschluss (Vernähen von Ober- und Unterlid), ein Tacking (Herunterziehen eines eingerollten Lidrandes mittels Einzelheften) oder eine Bandagelinse (große Kontaktlinse, die ggf. einen Defekt an der Hornhaut vollständig abdeckt und wach eingesetzt werden kann) angebracht sein. 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2025-01-20T00:00:00+01:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Mammatumore bei der Hündin</title>
            <id>http://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/mammatumore-bei-der-huendin</id>
            <link href="https://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/mammatumore-bei-der-huendin"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Mammatumore gehören zu den häufigsten Tumorerkrankungen der Hündin.
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                 Mammatumore gehören zu den häufigsten Tumorerkrankungen der Hündin. 
  Diagnose  
 Mammatumoren lassen sich in der klinischen Untersuchung üblicherweise leicht feststellen, wobei sich die überwiegende Mehrzahl der Tumoren in den kaudalen beiden Mammakomplexen befindet. 
 Empfehlenswert sind in der Regel folgende weiterführende Untersuchungen: 
 
 
 hämatologische Untersuchung 
 
 
 blutchemische Untersuchung 
 
 
 röntgenologische Untersuchung des Thorax in mindestens 2 Ebenen 
 
 sonografische Untersuchung des Abdomens 
 
  Krankheitsverlauf  
 Ca. 99% der Tumoren kleiner als 1 cm sind benigne, während dies nur noch auf 55% der Tumoren zwischen 3 und 5 cm zutrifft. Des Weiteren sind bei Hunden mit multiplen Tumoren progressive histopathologische Veränderungen nachweisbar, mit dem jeweils höchsten Malignitätsgrad im größten Tumor. Die Wahrscheinlichkeit für Lymphknotenmetastasen steigt nachfolgend an. Mammatumore metastasieren sowohl lymphogen als auch direkt hämatogen unter Umgehung der drainierenden Lymphknoten. Bei millimetergroßen „Körnchen“ kann es sich um fokale Entzündungen oder Hyperplasien handeln, die reversibel sein können. 
 
 
 
 Bei Umfangsvermehrungen ab einer Größe von 0,5 cm ist eine Therapieindikation gegeben, da diese meist nicht mehr reversibel sind 
 
 
 
 &amp;nbsp; 
  Therapie  
 Da ein enger Zusammenhang zwischen zunehmender Tumorgröße und Malignität besteht, erscheint eine abwartende Haltung bezüglich einer chirurgischen Intervention beim ansonsten stabilen Patienten meist nicht sinnvoll. 
  Chirurgische Therapie  
 Durchgeführt werden: 
 
 
 Nodulektomie - Entfernung des Tumors 
 
 
 lokale Mastektomie - Entfernung des betroffenen Mammakomplexes 
 
 
 Teilmastektomie - Entfernung des betroffenen Komplexes mit den angrenzenden Mammakomplexen 
 
 
 komplette Mastektomie - Entfernung der gesamten Leiste 
 
 Ovariohysterektomie - zeitgleiche Kastration 
 
 &amp;nbsp; 
  Die komplette Mastektomie wird als Therapie der Wahl angesehen. &amp;nbsp;Aus prophylaktischer Sicht ist die Entfernung der gesamten Leiste sinnvoll, da &amp;gt; 50% der Hündinnen erneut ipsilaterale Tumoren entwickeln. Unabhängig von der Wahl der chirurgischen Methode (Nodulektomie, lokale Mastektomie, Teilmastektomie, komplette Mastektomie) ist die histologisch vollständige Entfernung aller vorhandenen Mammatumore sowie die Identifizierung und Entfernung eines von Metastasen betroffenen Lymphknotens von entscheidender prognostischer Bedeutung. 
 Eine Ovariohysterektomie zeitgleich zur Mammatumorentfernung ist sinnvoll, falls entsprechende operationswürdige Pathologien an Ovarien und/oder Uterus festgestellt werden.&amp;nbsp;Im Falle von benignen Tumoren und hyperplastischen Läsionen gibt es Hinweise darauf, dass eine Ovariohysterektomie zu einer Reduktion des Auftretens neuer Mammatumoren führt.&amp;nbsp;Im Falle maligner Mammatumoren scheint die gleichzeitige Kastration keinen Einfluss auf erneutes Tumorwachstum oder die Überlebenszeit zu haben. 
  Medikamentelle Therapie  
 Ob und unter welchen Bedingungen eine postoperative adjuvante medikamentelle Therapie in Form einer Chemotherapie und/oder einer Therapie mit COX-2-Inhibitoren die Prognose von Hündinnen mit Mammatumoren verbessern kann, ist noch nicht eindeutig geklärt. 
 Bei aggressiveren&amp;nbsp;Mammatumoren höherer Malignität&amp;nbsp; ist eine langfristige postoperative adjuvante medikamentelle Therapie&amp;nbsp;mit COX-2-Inhibitoren sinnvoll, ggf. auch eine Chemotherapie. Dies ist definitiv bei Osteosarkomen der Fall.&amp;nbsp; 
 Bei inflammatorisches Karzinomen ist nur in ausgewählten Einzelfällen eine Operation sinnvoll. Eine palliative Therapie mit COX-2-Inhibitoren kann aber die Lebensqualität signifikant verbessern, sodass längere Überlebenszeiten auch hier erreicht werden können. 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2024-08-23T00:00:00+02:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Milztumore beim Hund</title>
            <id>http://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/milztumore-beim-hund</id>
            <link href="https://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/milztumore-beim-hund"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Tumoren der Milz werden beim Hund deutlich öfter angetroffen als bei der Katze. Tumoren der Milz können sich als solide lokalisierte Knoten oder als diffuse Durchsetzung des gesamten Organs zeigen. Weiters können solchen Tumoren verschiedenste Ursprungsgewebe zugrunde liegen (...
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                 Tumoren der Milz werden beim Hund deutlich öfter angetroffen als bei der Katze. Meist handelt es sich um Notfälle, wenn der Tumor rupturiert („durchgebrochen“) ist und in den Bauch blutet. Die Tiere werden dann mit einem verminderten Allgemeinbefinden, blassen Schleimhäuten und einem immer kugeliger werdenden Bauch vorstellig. In manchen Fällen werden diese auch bei einem Routinecheck (wenn in diesem Zusammenhang ein Ultraschall gemacht wird) oder als Nebenbefund bei der Untersuchung eines anderen Krankheitsbildes erhoben. Dann kann eine Entfernung geplant erfolgen. 
  Symptome  
 Die Symptome sind sehr vielfältig und in&amp;nbsp;Frühstadien selten, Anzeichen für einen Milztumor können sein: 
 
 
 Atemnot 
 
 
 Erbrechen 
 
 
 (Bauch-)Schmerzen 
 
 
 Apathie 
 
 
 Verändertes Ruhe- und Liegeverhalten 
 
 
 blasse Schleimhäute 
 
 
 stark angeschwollener Bauch 
 
 
  Diagnose  
 In einigen Fällen geben schon   Blutuntersuchungen   erste Hinweise auf eine mögliche Veränderung der Milz und sollten Anlass zu weiterführenden Diagnostik sein. 
 Auch im&amp;nbsp;  Röntgen  &amp;nbsp;können erste Hinweise auf einen Milztumor gegeben sein. Die endgültige Diagnose wird aber mittels&amp;nbsp;  Ultraschall  &amp;nbsp;gestellt, hier können auch die anderen Bauchorgane (allen voran Leber und Nieren) auf Metastasen untersucht werden. Aufgrund der hohen Metastasierungsrate maligner Tumoren ist es außerdem wichtig, die Lunge auf Metastasen zu untersuchen und idealerweise auch das Herz. 
 Vor der Operation ist es oft schwierig herauszufinden um welchen Tumor es sich handelt, da  Punktionen oder Feinnadelaspirationen (FNA)  der Milz aufgrund der guten Durchblutung oftmals nicht diagnostisch sind und Biopsien aufgrund des Blutungsrisikos nicht durchgeführt werden sollten. 
 Wenn es sich nicht um solide Knoten sondern um generalisierte Gewebsveränderungen der Milz handelt wie beispielsweise bei Lymphomen oder Mastzelltumoren kann eine Punktion zur Diagnosefindung durchgeführt werden. 
  Pathogenese  
 Tumoren der Milz können sich als solide lokalisierte Knoten oder als diffuse Durchsetzung des gesamten Organs zeigen. Weiteres können solchen Tumoren verschiedenste Ursprungsgewebe zugrunde liegen (Blutgefäße, lymphatisches Gewebe, glatte Muskulatur, Bindegewebe). 
 Zirka 2/3 der Milzveränderungen sind beim Hund neoplastisch bedingt. Davon sind jedoch weiter 2/3 maligne (bösartig). Der häufigste bösartige Tumor in diesem Zusammenhang ist das&amp;nbsp;Hämangiosarkom. 
 Das&amp;nbsp; Hämangiosarkom  ist ein bösartiger Tumor, der von den Blutgefäßen ausgeht. Prinzipiell kann ein Hämangiosarkom überall im Körper entstehen (rechter Vorhof des Herzens, Leber, Haut, Muskulatur). Da dieser Tumor in der Lage ist sehr rasch zu streuen, ist es manchmal schwierig herauszufinden, welche die Primärlokalisation war. 
 Weitere bösartige Milzveränderungen sind: 
 
 
 Sarkome&amp;nbsp;(Bindegewebstumore) 
 
 
 Lymphome&amp;nbsp;(Lymphdrüsentumore) 
 
 
 Blastome (krankhafte Neubildung von Gewebe) 
 
 
 Adenokarzinome (Tumor im Drüsengewebe) 
 
 
  Behandlungsmöglichkeiten  
 Wenn Patienten mit aktiv blutenden und/oder rupturierten („durchgebrochenen“) Tumoren an der Milz vorgestellt werden, ist schnelles Handeln wichtig. Nach initialer Kreislaufstabilisierung (unter Umständen ist eine Bluttransfusion notwendig) sollte der Milztumor so rasch als möglich chirurgisch entfernt werden um ein innerliches Verbluten zu verhindern. In der tierärztlichen Praxis ist die chirurgische Entfernung der Milz (Splenektomie) ein Routineeingriff mit einer niedrigen Komplikationsrate. 
 Zum Zeitpunkt der Diagnose liegen leider auch schon öfter Metastasen vor, weshalb ein Staging vor einer etwaigen Operation wichtig ist, da dieses über die therapeutischen Möglichkeiten und Prognose entscheidet. 
  Operationstechnik in unserer Praxis  
 In unserer Praxis findet die Splenektomie mit   fortschrittlicher bipolarer Gefäßversiegelung   statt, diese Technik ermöglicht uns eine extrem kurze Operationsdauer und mindert somit das auch Narkoserisiko. 
  Prognose  
 Die Prognose einer erfolgreichen Behandlung von Zubildungen an der Milz ist stark von der Art der Veränderung und des Allgemeinzustandes des Tieres abhängig. 
 Bei Vorliegen eines bösartigen Tumors, kann eine im Anschluss an die Operation durchgeführte Chemotherapie* die Überlebenszeit mitunter deutlich verlängern. Bei gutartigen Zubildungen ist mit einer Operation das Problem i.d.R. vollständig behoben. 
 Liegen bereits schon Metastasen vor, verschlechtert sich die Prognose deutlich. 
 * eine längere Lebenserwartung mit einer palliativen Chemotherapie nach Operation ist umstritten. 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2023-02-13T00:00:00+01:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Brachyzephalen (Atemwegs-)Syndrom (BAS,Brachicephalic Airway Syndrom)</title>
            <id>http://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/brachyzephalen-atemwegs-syndrom-bas-brachicephalic-airway-syndrom</id>
            <link href="https://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/brachyzephalen-atemwegs-syndrom-bas-brachicephalic-airway-syndrom"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Brachyzephalie bedeutet Kurzköpfigkeit bzw. Rundköpfigkeit. Es handelt sich dabei um eine angeborene, erbliche Deformation des Schädels. Durch die gezielte Zucht auf einen kurzen, runden Kopf wurden Ober- und Unterkiefer mit all ihren umliegenden Strukturen immer weiter zusamm...
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                 
 Brachyzephalie bedeutet Kurzköpfigkeit bzw. Rundköpfigkeit. Es handelt sich dabei um eine angeborene, erbliche Deformation des Schädels. Durch die gezielte Zucht auf einen kurzen, runden Kopf wurden Ober- und Unterkiefer mit all ihren umliegenden Strukturen immer weiter zusammengeschoben und komprimiert. Die Breite des Kopfes ist nur noch minimal kürzer als die Länge, der Kopf sieht allgemein rundlich aus und erinnert an den Kopf eines Kleinkindes. Die Haut über der Nase und im Gesicht ist in Falten gelegt. Die Augen treten hervor und das Gebiss erscheint vorständig. Aus dieser Qualzucht heraus resultieren zwei Krankheitskomplexe, das&amp;nbsp; Brachyzephalen (Atemwegs-)Syndrom  und&amp;nbsp; das   okuläre Brachyzephalensyndrom  .  
 
 
 &amp;nbsp; 
  Atemnot  wird definiert als eine Form subjektiver Atembeschwerden mit dem Gefühl, nicht ausreichend Luft zu bekommen. Atemnot löst ein unbehagliches, beklemmendes Gefühl aus, das je nach Ausprägungsgrad für das betroffene Tier mit Leiden verbunden sein kann.  Die anatomischen, zuchtbedingten Veränderungen an Nasenflügeln, Nasenmuscheln, Septum, im oropharyngealen Raum und am Larynx bewirken einen erhöhten Atemwiderstand beim Einatmen. Betroffene Tiere zeigen selbst in Ruhe ein für Hunde als obligate Nasenatmer nicht normales vermehrtes Maulatmen (Hecheln) und geraten bereits in Ruhe oder bei leichter Belastung in einen Zustand der Atemnot. 
 
 
  Ursachen der Atemnot beim brachyzephalen Hunden  
 &amp;nbsp; 
 
 
 • Zu enge Nasenlöcher behindern den Luftstrom (Titelbild) 
 • Relative Konchenhypertrophie: Brachyzephale Hunderassen erfahren nach der Geburt eine Wachstumshemmung des Kieferschädels (mittlerer Gesichtsabschnitt). Somit behalten adulte Tiere ihre Stupsnase, während die Nasenmuscheln gleichzeitig weiterwachsen. Dieses Wachstum scheint nicht rechtzeitig zu stoppen, sodass sich ein ausgeprägter Kontakt zwischen den benachbarten Lamellen der Nasenmuscheln entwickelt; es bleibt zwischen den Schleimhautoberflächen kaum noch Raum für durchströmende Luft. Die Nasenmuscheln sind dementsprechend im Verhältnis zum zur Verfügung stehenden Volumen der Nasenhöhle viel zu groß und erscheinen verdickt. Als Folge steigt der Luftwiderstand intranasal massiv an. 
 • Eine häufig vorliegende Septumdeviation führt zu erhöhten Luftwiderständen im Strömungskanal der Nase. 
 • Es findet sich reichlich lockeres Gewebe im oropharyngealen Raum, insbesondere ein verlängertes Gaumensegel (ESP); dieses Gewebe ragt in den Luftkanal der Atemwege hinein und wird atemsynchron bewegt, bis es zu einem Gewebevorfall mit ausgeprägter Ödembildung und Gewebeentzündung kommt. Aufgrund dessen muss bei betroffenen Hunden dieses Gewebe häufig chirurgisch entfernt werden. 
 • Makroglossie führt dazu, dass die Zunge im Maul unnatürlich nach oben rollt und dabei Schluck- und Atembeschwerden auslösen kann. 
 • Larynxkollaps (infolge Laryngomalazie) durch Verlust der Stabilität und Festigkeit des knorpeligen Kehlkopfgerüsts. 
 • Gelegentlich tritt bei Möpsen ein Trachealkollaps durch Tracheomalazie auf. Dieses Phänomen führt zu plötzlicher Atemnot. 
 
 
  Folgen der Atemnot  
 
 
 Wird das Gehirn ungenügend mit Sauerstoff versorgt, kann das zur Bewusstlosigkeit führen. Tritt sie plötzlich auf und verhält sich das Tier nach kurzer Erholung wieder relativ normal, spricht man von einer Synkope. Man erkennt dies an einem schlagartigen Umfallen des Tiers. Die Bewusstlosigkeit kann jedoch auch länger andauern und zu Gehirnschäden oder zum Tod führen. Zustände von Bewusstlosigkeit oder Synkopen treten verstärkt bei Stresssituationen auf, da in diesen Momenten der Sauerstoffbedarf erhöht ist. 
 
 
 Durch die Atemnot findet der Hund keine Ruhe; sein Schlafrhythmus ist gestört und geprägt von Aufwach- und Apnoephasen. Ungenügender Schlaf hat einen ausgeprägt negativen Effekt auf hormonelle, immunologische und Stoffwechselvorgänge im Körper. Probleme mit der Atmung können an den schnarchenden Atemgeräuschen erkannt werden. 
 &amp;nbsp; 
 
 
 
 
 In einer Befragung von Besitzern brachyzephaler Hunde sahen jedoch 58 Prozent der Befragten die erschwerte Atmung ihres Hundes nicht als Problem an, einige bezeichneten es als „Rassenorm“. Dies deutet darauf hin, dass Atemprobleme nicht erkannt und betroffene Hunde nicht einem Tierarzt vorgestellt werden, der medizinische Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Lebensqualität einleiten könnte. Ohne Erkennung dieser Tierschutzaspekte und der klinischen Symptome durch den Hundebesitzer bleibt der Hund unbehandelt und muss mit den negativen, chronischen Effekten der Brachyzephalie leben. 
 
 
 
 
 
 
 &amp;nbsp; 
  Symptome der Atemnot  
  Folgende Symptome können Hinweise auf das Vorliegen einer Atemnot geben:  
 &amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
 
 
 
 Zyanose der Schleimhäute 
 
 
 angeschwollene, blaue Zunge 
 
 
 heftiges, angestrengtes Atmen mit abgestellten Ellbogen, aktivem Einsatz der Bauchmuskeln und pumpender Atmung 
 
 
 ständige Atemgeräusche (Schnarchen, Gieren, Pfeifen) auch in Ruhe 
 
 
 Bewegungsunlust, häufiges Hinsetzen/Hin - legen während des Spaziergangs – Erstickungsanfälle mit Synkopen 
 
 
  Gestörte Thermoregulation   
 Die Brachyzephalie beeinträchtigt nicht nur die lebensnotwendige Sauerstoffaufnahme durch die Atmung, sondern auch die Temperaturregulation des Körpers.  Die Körpertemperaturregulation des Hundes erfolgt nicht primär über Schweißdrüsen, sondern v. a. über die feuchte Wärmeabgabe (Verdunstungskälte) von Nase und Zungengrund. Hunde sind Nasenatmer und atmen nur über das Maul, wenn die Wärmeabgabe über die feuchten Schleimhäute der Nase nicht mehr ausreicht (Hecheln). Hecheln gilt zwar als die effektivste Form zur Temperaturregulation, bedingt aber einen gesteigerten Sauerstoffverbrauch. Durch die Anstrengung steigt auch die Körpertemperatur, sodass Hecheln nur in kurzen Episoden zielführend ist. Ist auch über das Hecheln über längere Zeit keine Senkung der Körper - innentemperatur möglich, führt es zur körperlichen Erschöpfung mit Verlust von Körperwasser, Überwärmung des Körpers, Sauerstoffmangel bis hin zur Bewusstlosigkeit, Kollaps und Tod.  Die Verkürzung der Nase und die damit stattgefundenen anatomischen Veränderungen behindern beim brachyzephalen Hund maßgeblich die Körpertemperaturregulation über die Nase. Das daher oft ständig notwendige Hecheln stellt eine weitere Belastung für den Atmungsapparat und die Sauerstoffaufnahme dar. Übergewicht kann diesen Effekt durch die schlechte Wärmeleitfähigkeit von Unterhautfett noch verstärken und verschlimmert so die Probleme der Thermoregulation. 
  Therapeutische Maßnahmen  
 Ein verlängertes Gaumensegel (ESP) und stenotische Nasenlöcher sind&amp;nbsp;Teile des brachyzephalen Syndroms. 
 Die operativen Methoden für die Korrektur einer ESP ist das Kürzen des Gaumensegels und eine Vergrößerung der Nasenlöcher, hier stehen verschiedene operative Techniken zur Verfügung. 
  Operationstechnik in unserer Praxis  
 In unserer Praxis wird&amp;nbsp;  Faltlappenplastik des weichen Gaumens FFP (Folded Flap palatoplasty)  &amp;nbsp;sowie eine  Keilresektion der Nasenflügel  durchgeführt. 
 
 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2021-04-14T00:00:00+02:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Giardien</title>
            <id>http://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/giardien</id>
            <link href="https://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/giardien"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Giardien sind winzig kleine, einzellige Parasiten. Sie siedeln sich in der Darmschleimhaut an und führen dort zu Verdauungsstörungen, anhaltenden oder wiederkehrenden Durchfällen, Erbrechen, Gewichtsverlust und Schwäche. Giardia-Infektionen kommen bei Hunden und Katzen aller A...
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                 Giardien  (Giardia duodenalis;&amp;nbsp;Synonyme u. a. G. intestinalis, G. lamblia) &amp;nbsp;sind winzig kleine, einzellige Parasiten. Es werden morphologisch identische Gruppen (A–G) mit verschiedenen Genotypen unterschieden.&amp;nbsp;Sie siedeln sich in der Darmschleimhaut an und führen dort zu Verdauungsstörungen, anhaltenden oder wiederkehrenden Durchfällen, Erbrechen, Gewichtsverlust und Schwäche. Giardia-Infektionen kommen bei Hunden (Genotypen aus den Gruppen A, B, C und D) und Katzen aller Altersstufen vor, treten jedoch besonders häufig bei Jungtieren unter einem Jahr auf. Ein Befall mit Giardien ist nicht immer einfach zu behandeln. Gezielte Hygienemaßnahmen sind entscheidend für den Erfolg der Bekämpfung. 
 Mit Giardien infizierte Hunde und Katzen scheiden mit ihrem Kot unsichtbare Giardien-Zysten aus. Ihr Tier kann sich anstecken, wenn es solche Zysten mit dem Maul (orale Infektion)&amp;nbsp;unbemerkt aufnimmt. Für eine Ansteckung reicht die Aufnahme weniger Zysten aus. Es handelt sich also um eine klassische Schmutz- oder Schmierinfektion, wobei auch fäkal kontaminierte Erde, Wasser und Futtermittel die Quelle der Ansteckung sein können. 
 Giardien-Zysten bleiben in feuchter Umgebung mindestens 3 Monate und in Kot rund 1 Woche infektiös. Nicht nur Hunde und Katzen, auch Wildtiere und andere Tiere,&amp;nbsp;einschließlich des Menschen,&amp;nbsp;können befallen sein. 
  Krankheitsverlauf  
 Giardien besiedeln den Dünndarm, vermehren sich dort durch wiederholte Teilung und bilden widerstandsfähige Zysten, die mit dem Kot in die Umwelt gelangen. Von der Ansteckung bis zur Ausscheidung von Zysten dauert es rund 4-16 Tage. Die Zysten sind unmittelbar ansteckend und können (mit Unterbrechungen) über mehrere Wochen oder Monate ausgeschieden werden, was eine anhaltende Ansteckungsgefahr für andere Tiere mit sich bringt. 
 Bei gesunden, ausgewachsenen Hunden und Katzen wird ein Befall mit Giardien oft gar nicht bemerkt, da es sich auch um eine selbstlimitierende Erkrankung handelt. Zu Krankheitsanzeichen kommt es vor allem bei Hunde- oder Katzenwelpen sowie bei Tieren, deren Immunsystem geschwächt ist und/oder bei denen bereits eine Infektion mit anderen Erregern vorliegt. 
 Typische Krankheitsanzeichen sind schwere, anhaltende oder wiederkehrende Durchfälle mit dünnbreiiger bis wässriger Kotkonsistenz und Schleimhautbeimengungen. Es kommt zu Appetitmangel, Schwäche, Erbrechen und Gewichtsverlust. 
  Diagnose  
 Die Diagnose wird durch  Laboruntersuchungen  von Kotproben gestellt. Hierfür stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die eine Untersuchung entweder durch eine oder mehrere Kotproben ermöglichen. 
 So lassen sich Bestandteile der Giardien (sogenannte Kopro-Antigene) beispielswiese durch immunologische Tests (ELISA;  PetChek IP-Test  ,&amp;nbsp;  SNAP-Technologie ) nachweisen.  Praxisinterne ELISA Technologien, liefern so schnelle Ergebnisse für Hund und Katze, der  SNAP&amp;nbsp; Giardia -Test  z. B. ist&amp;nbsp;ein auf ELISA-Technologie basierendes Testverfahren&amp;nbsp;zum Nachweis von löslichen&amp;nbsp; Giardia -Antigenen. Es hat sich herausgestellt, dass mit diesem Test bis zu dreimal mehr an&amp;nbsp; Giardia &amp;nbsp;erkrankte Tiere erkannt werden, als mit herkömmlichen Mikroskopmethoden. 
 Außerdem können&amp;nbsp;die Zysten der Giardien direkt mittels eines Mikroskops nach Durchführung einer Anreicherungsmethode (sogenannte Flotationsmethode) nachgewiesen werden. Um bei diesen und weiteren Untersuchungsmöglichkeiten erfolgreich zu sein, kann es notwendig sein, den Kot der betroffenen Tiere über mehrere Tage hintereinander zu sammeln (Sammelkotprobe). 
 Da mit Giardien infizierte Tiere nicht zu jedem Zeitpunkt Zysten ausscheiden, ist deren Nachweis häufig nicht dazu geeignet, die Infektion zu bestätigen. Dem gegenüber ist der Kopro-Antigen-Nachweis deutlich sensitiver. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass ein positiver Kopro-Antigen-Befund auch vorliegen kann, wenn das Tier nicht mehr klinisch erkrankt ist. 
  Therapie  
 Ob Ihr Tier bei einem Giardien-Befall behandelt werden muss, hängt von verschiedenen Faktoren ab: 
 
 
 Wenn Krankheitszeichen wie Durchfall, Appetitmangel oder Erbrechen auftreten, ist eine medikamentöse Behandlung sinnvoll. Eine kohlenhydratarme Ernährung* kann sich dabei günstig auf die Therapie auswirken. Ein Wiederauftreten trotz Behandlung ist möglich.  *gibt es keine evidenzbasierten Belege für die Wirksamkeit dieser Maßnahme  
 
 
 Sind keine Krankheitszeichen vorhanden, muss nach Übertragungs- und Ansteckungsrisiko entschieden werden. Ist ein Übertragungsrisiko auf Kleinkinder oder immunschwache Menschen gegeben* oder besteht ein Ansteckungsrisiko auf andere Tiere, wie in Hundezuchten oder Tierheimen, sollte eine Behandlung auch dann in Betracht gezogen werden, wenn das Tier nicht an Krankheitszeichen leidet.  *über das Zoonoserisiko wir noch gestritten  
 
 
 Für Hunde und Katzen sind in Deutschland zwei Tierarzneimittel (Fenbendazol und Metronidazol), für die Behandlung gegen Giardien zugelassen. Auch Ronidazol sowie ein Kombinationspräparat mit Febantel, Pyrantelembonat und Praziquantel sind wirksam*.&amp;nbsp;Hunde und Katzen werden abhängig davon, welches der beiden Medikamente eingesetzt wird, zwischen 3-5 Tage oder 5-7 Tage lang behandelt.   *Resistenzen gegen die genannten Medikamente sind in vivo unwahrscheinlich, es sollten im Fall von Rezidiven andere Ursachen wie Immundefizite ausgeschlossen werden.  
 Der Erfolg der Behandlung sollte 5-7 Tage nach Ende der Arzneimittelgabe über eine Kotuntersuchung überprüft werden. Zeigt sich, dass noch Krankheitszeichen vorhanden sind, und das Tier erneut positiv getestet wird, ist die Behandlung entsprechend zu wiederholen.&amp;nbsp; 
 Wichtig ist es außerdem, sowohl während der kompletten Behandlungsphase als auch danach Maßnahmen vorzunehmen, die eine Verunreinigung der Umgebung mit Giardien-Zysten einschränkt. Denn nur so kann verhindert werden, dass sich andere Tiere – aber auch der Patient selbst – immer wieder neu anstecken.&amp;nbsp;Vor allem junge Tiere entwickeln keine ausreichende Immunität gegen Giardien und können sich daher wiederholt anstecken und erneut erkranken.&amp;nbsp;Kot sollte aufgesammelt und entsorgt werden. Oberflächen, die mit Kot in Berührung gekommen sein könnten, sollten, wenn möglich, mit einem Dampfstrahler mit einer Mindesttemperatur auf der zu behandelnden Fläche von mehr als 60 C°, gereinigt werden. Außerdem ist es ratsam, alle Flächen und Gegenstände mit geeigneten Desinfektionsmitteln (z.B.&amp;nbsp; ViPiBaX® Giardien Ex )&amp;nbsp;zu desinfizieren.&amp;nbsp;Unterstützend wirkt das Shampoonieren der Hunde zu Beginn und Ende der Behandlung (z. B. mit einem chlorhexidindigluconathaltigen Shampoo). 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2021-01-20T00:00:00+01:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Canine infektiöse Tracheobronchitis (Zwingerhusten)</title>
            <id>http://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/canine-infektioese-tracheobronchitis-zwingerhusten</id>
            <link href="https://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/canine-infektioese-tracheobronchitis-zwingerhusten"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Die Canine infektiöse Tracheobronchitis ist eine klinisch definierte, hoch ansteckende multifaktorielle Erkrankung der oberen Atemwege, an dem ein Komplex an bakteriellen und viralen Erregern beteiligt sind.
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                 Die Canine infektiöse Tracheobronchitis ist eine klinisch definierte, hoch ansteckende multifaktorielle Erkrankung der oberen Atemwege, an dem ein Komplex an bakteriellen und viralen Erregern beteiligt sind. Die primären Haupterreger sind das&amp;nbsp; canine Parainfluenzavirus,&amp;nbsp;canines Adenovirus,&amp;nbsp;canines Herpesvirus,&amp;nbsp; und/oder  canines Reovirus &amp;nbsp;sowie das Bakterium&amp;nbsp; Bordetella bronchiseptica . Die Viren schädigen dabei primär das Epithel des Atmungstraktes und bereiten dadurch den Weg für bakterielle Sekundärinfektionen. 
 Neben den Erregern gelten auch Haltungsform (Zwinger, Gruppenhaltung, Überbesetzung) und Haltungsbedingungen (Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit, mangelhafte Hygiene) als Krankheitsursache. So sind Hunde in Hundekolonien wie in Tierheimen, Zwingern, Tierpensionen oder Tiere, die viele Kontakte zu anderen Hunden haben (Hundeschulen, „Gassigeh-Service“, Welpengruppen) weitaus stärker gefährdet, als Tiere in Einzelhaltung. Aber auch individueller Stress (lange Transporte, Besitzerwechsel, starker Wurmbefall) schwächt das Immunsystem der Tiere und begünstigt so eine Infektion.&amp;nbsp;Die Übertragung erfolgt durch Husten oder Niesen (Tröpfcheninfektion), aber auch durch Beschnuppern. Darüber hinaus können die Erreger auch an unbelebten Vektoren wie Hundespielzeug haften oder an öffentlichen Wassernäpfen übertragen werden. 
  Krankheitsverlauf  
 Nach einer Inkubationszeit von 2-30 Tagen, je nach beteiligten Erregern, tritt ein akuter, wiederkehrender, trockener Husten auf, der besonders bei Anstrengung und Aufregung einsetzt. Das Allgemeinbefinden ist jedoch in der Regel ungestört.  B. bronchiseptica  verursacht dagegen eher feuchten Husten, begleitet von Niesen und&amp;nbsp;Augenausfluss. Meist legt sich der Husten binnen 7-14 Tagen. Als Komplikation treten gelegentlich Lungenentzündungen&amp;nbsp;auf. 
  Prophylaxe  
 Um einer Erkrankung wirksam vorzubeugen, sollten&amp;nbsp;Hunde, die auf Grund ihrer Haltungs- und Nutzungsbedingungen vermehrt gefährdet sind, vorsorglich gegen den Zwingerhustenkomplex geimpft werden. Vor allem, wenn er viel Kontakt zu Artgenossen hat, z.B. in Tierpensionen, Tierheimen, Hunde-/Welpenschulen, Ausstellungen, Tierarztpraxen, Hundeausläufen oder eben in Zwingern. Durch die lokale Applikation, z.B. in die Nase, wird eine schnelle und lokale Immunantwort induziert. Die Anwendung wird durch&amp;nbsp;maternale&amp;nbsp;Antikörper nicht gestört. Die Immunität gegen  B. bronchiseptica  beginnt hier bereits nach nur 72 Stunden. Daher ist eine Impfung auch mindestens 72 Stunden vor einer zu erwartenden, erhöhten Infektionsgefahr erforderlich. Die Impfung muss nicht wie andere Impfungen zur Grundimmunisierung mehrfach appliziert werden. Bereits eine Impfung schützt den Hund für ein Jahr vor Zwingerhusten. 
   Impfschema für Hunde   
                ]]>
            </content>

                            <updated>2019-10-24T00:00:00+02:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) und exokrine Pankreasinsuffizien...</title>
            <id>http://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/pankreatitis-bauchspeicheldruesenentzuendung-und-exokrine-pankreasinsuffizienz-beim-hund</id>
            <link href="https://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/pankreatitis-bauchspeicheldruesenentzuendung-und-exokrine-pankreasinsuffizienz-beim-hund"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Die Pankreatitis kann plötzlich (akut) auftreten oder immer wiederkehrend (chronisch-rezidivierend) sein. Kommt es durch Aktivierung von Verdauungsenzymen im Pankreasgewebe zur Selbstverdauung, führt dies unter meist schweren Entzündungssymptomen zu einer Pankreatitis mit Erbr...
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                 Die wichtigsten Funktionen des exokrinen Pankreas (Bauchspeicheldrüse) sind die Synthese und Sekretion von Verdauungsenzymen sowie weiteren Substanzen wie z. B. Bicarbonat. Diese Enzyme sind für die Aufspaltung der Nahrungsbestandteile und deren Absorption notwendig. 
  WELCHE ERKRANKUNGEN DER BAUCHSPEICHELDRÜSE WERDEN BEIM HUND UNTERSCHIEDEN?  
  Pankreatitis des Hundes  
  Pathogenese  
 Die  Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)  des Hundes kann akut oder chronisch verlaufen. Die auslösende Ursache der caninen Pankreatitis bleibt häufig unklar. Es wurden jedoch Risikofaktoren ermittelt. 
 Die  Pankreatitis  kann plötzlich (akut) auftreten oder immer wiederkehrend (chronisch-rezidivierend) sein. Kommt es durch Aktivierung von Verdauungsenzymen im Pankreasgewebe zur Selbstverdauung, führt dies unter meist schweren Entzündungssymptomen zu einer&amp;nbsp; Pankreatitis &amp;nbsp;mit Erbrechen, Schmerzen und deutlichen Allgemeinstörungen.&amp;nbsp; 
 Milde Verläufe der  Pankreatitis  heilen häufig ohne bleibende Schäden aus, können aber auch in die schwere nekrotisierende Form umschlagen. Die autodigestiven Prozesse greifen dabei auf das umliegende Gewebe über (Fettgewebsnekrosen) und haben schwere systemische Komplikationen zur Folge. 
  Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) des Hundes  
  Pathogenese  
 Eine&amp;nbsp; Insuffizienz des exokrinen Pankreas (EPI) &amp;nbsp;hingegen äußert sich in einer Maldigestion/Malabsorption mit Durchfall und Gewichtsverlust als Leitsymptomen. 
 Eine Atrophie des Pankreasgewebes ist die Hauptursache für die  exokrine Pankreasinsuffizienz  des Hundes. Erst nach einem Untergang von 75 – 90 % des funktionellen Pankreasgewebes entwickeln die meisten Hunde eine Symptomatik mit Durchfall und Steatorrhoe (Fettstuhl). Die  EPI  kann Tiere jeden Alters betreffen. Eine Häufung der Erkrankung besteht jedoch im Alter von 1 – 4 Jahren.&amp;nbsp;Durch die fehlende intraluminale Verdauung kommt es zur Maldigestion. Die ungenügende Aufspaltung großmolekularer Nahrungsbestandteile bedingt eine osmotische Diarrhoe. Die im Verlauf der Erkrankung veränderte Dünndarmflora verstärkt die Malabsorption. Eine sekundäre bakterielle Überwucherung im Dünndarm (SIBO = Small intestinal bacterial owergrowth) ist ein häufiges Begleitproblem der  EPI . Auch eine veränderte Enzymaktivität des Dünndarmmukosaepithels trägt zur Malabsorption bei. Beide Pathomechanismen sind nach Substitution von Pankreasenzymen reversibel. 
  WAS SIND DIE URSACHEN EINER PANKREATITIS BEIM HUND (BAUCHSPEICHELDRÜSENENTZÜNDUNG)?  
   Ätiologie   
 Die Ursachen für eine  Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)  sind vielseitig. Die auslösende Ursache der caninen Pankreatitis bleibt häufig unklar&amp;nbsp;– er spricht von einer  idiopathischen Pankreatitis .&amp;nbsp; 
  Risikofaktoren für Pankreatitis  
 
 
 Adipositas 
 
 
 Aufnahme einer fettreichen Mahlzeit 
 
 
 Hyperlipidämie (erblich bei Zwergschnauzern) 
 
 
 Arzneimittel: Diuretika, Tetrazyklin, Sulfonamide, Azathioprin, Nichtsteroidale Antiphlogistika, Antikonvulsiva (Phenobarbital, Kaliumbromid) 
 
 
 Trauma 
 
 
 Chirugische Eingriffe (Duodenal-, Pankreaschirugie) 
 
 
 Ischämie (Schock) 
 
 
 Diabetes mellitus 
 
 
 Morbus Cushing 
 
 
 Rassedisposition 
 
 
 Infektiöse Erkrankungen als Ursache der Pankreatitis beim Hund sind selten. Infektionen können auftreten, wenn der Hund von dem Einzeller Toxoplasma gondii oder von Leberegeln befallen ist. Eine Entzündung der Leber (Hepatitis) oder des Darms (Inflammatory Bowel Disease, IBD) können auf die Bauchspeicheldrüse übergreifen und eine Pankreatitis verursachen. 
  WIE ÄUSSERT SICH EINE PANKREATITIS BEIM HUND (BAUCHSPEICHELDRÜSENENTZÜNDUNG)?  
  Symptome  
 Eine  Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)  äußert sich durch verschiedene Symptome, die gleichzeitig oder einzeln auftreten. Mögliche Symptome einer Bauchspeicheldrüsenentzündung beim Hund sind: 
 
 
 Bauchschmerzen. Diese äußern sich in starken Fällen durch die sogenannte „Gebetshaltung“: Der Hund streckt die Vorderbeine aus und drückt seinen Oberkörper an den Boden, die Hinterbeine bleiben gestreckt stehen. Die Bewegung ähnelt dem Strecken – er führt sie häufiger am Tag aus. 
 
 
 Erbrechen 
 
 
 Durchfall 
 
 
 Schwäche 
 
 
 Fieber 
 
 
 Austrocknung (Dehydratation) 
 
 
 Vermehrte Atmung (Polypnoe) 
 
 
 Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie) 
 
 
 Gelbfärbung der Schleimhäute (Ikterus) 
 
 
 Die Symptomatik einer  Insuffizienz des exokrinen Pankreas (EPI) &amp;nbsp;kann bei Hunden mit einer Teilatrophie des Pankreas längere Zeit subklinisch verlaufen. Besteht jedoch eine hochgradige Pankreasatrophie, zeigen die Hunde die typischen Symptome einer Maldigestion sowie Polyphagie, grauen bis ockerfarbenen oder gelben Massenstuhl und Gewichtsverlust. Weiterhin kann phasenweise abnormer Appetit sowie abdominaler Schmerz, Erbrechen und Flatulenz auftreten. Bei länger bestehender  EPI  zeigen die Tiere Symptome einer Mangelernährung wie Abmagerung, Haut- und Haarprobleme&amp;nbsp; 
  WIE WIRD EINE ERKRANKUNG DER BAUCHSPEICHELDRÜSE DIAGNOSTIZIERT?  
  Diagnose  
 Durch die Anamnese und die klinische Untersuchung durch den Tierarzt kann eine Verdachtsdiagnose  Pankreatitis  und&amp;nbsp; Insuffizienz des exokrinen Pankreas (EPI) &amp;nbsp; gestellt werden. Weiterführende Untersuchungen sind jedoch notwendig, um differentialdiagnostisch andere gastrointestinale Erkrankungen, die mit Maldigestion und Malabsorption einhergehen, abzugrenzen. 
  Laboruntersuchungen  
 Das zuverlässigste minimalinvasive Diagnostikum zum Nachweis einer  Pankreatitis  ist derzeit der Nachweis der caninen pankreasspezifischen Lipase. 
 Als Diagnostikum der  Insuffizienz des exokrinen Pankreas (EPI) &amp;nbsp;im Kot steht der Nachweis der caninen fäkalen pankreatischen Elastase (cE1) zur Verfügung. Für die Bestätigung der Diagnose wird die canine Trypsin-like-Immunoreactivity (cTLI) im Blutserum bestimmt.&amp;nbsp; 
  Bildgebende Verfahren  
 Röntgenaufnahmen und Ultraschalldiagnostik&amp;nbsp;können auf eine Pankreaserkrankung hinweisen, eine eindeutige Diagnose ist damit aber nicht möglich. 
  WIE KÖNNEN DIE ERKRANKUNGEN DES PANKREAS (BAUCHSPEICHELDRÜSE) BEHANDELT WERDEN?  
  Therapie  
 Die  Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)  wird symptomatisch behandelt.&amp;nbsp;Die wichtigste Behandlung ist eine ausreichende Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution. Eine Nahrungskarenz soll das Pankreas ruhigstellen. Neueren Empfehlungen zufolge sollten die Hunde wieder vorsichtig angefüttert werden, sobald 12 Stunden lang kein Erbrechen mehr aufgetreten ist. Da eine akute Pankreatitis ein sehr schmerzhafter Prozess ist, ist eine frühzeitige analgetische Behandlung sinnvoll. Bei einer Pankreatitis handelt es sich fast immer um einen sterilen Prozess. Daher sind Antibiotika in der Regel nicht indiziert. Bei starkem Vomitus (Erbrechen) ist der Einsatz von Antiemetika empfehlenswert. Bewährt hat sich zusätzlich die Gabe von H2 -Blockern (z. B. Cimetidin) als Magenschutztherapie. Bei einer schweren Pankreatitis besteht immer das Risiko einer disseminierte intravasale Gerinnung (DIG), welche die Behandlung erschwert und die Prognose verschlechtert. 
 Die Enzymsubstitution bei  Insuffizienz des exokrinen Pankreas (EPI) &amp;nbsp;sollte in Pulver- oder Granulatform erfolgen (z. B.  astoral Almazyme ). Eine Vorinkubation des Futters ist nicht notwendig. Die Verwendung von Kapseln oder Tabletten wird nicht empfohlen, da der Wirkungseintritt verzögert wird und somit den Therapieerfolg reduziert. Möglich ist auch die Verfütterung von rohem, zerkleinertem Rinder-Pankreas mit jeder Mahlzeit. Das Pankreas kann 3 bis 6 Monaten bei -20°C ohne Verlust der Enymaktivität gelagert werden. 
 Zu Therapiebeginn kommt es zu einer schnelleren Besserung, wenn auf eine hochverdauliche, rohfaserarme Diät umgestellt wird. Initial ist eine fettarme Diät (z. B.  Royal Canin canine GASTRO INTESTINAL Low Fat ) für die meisten Tiere besser verträglich. 
 Ein bestehender Cobalaminmangel (Vitamin B12) kann den Therapieerfolg mindern, weshalb eine wöchentliche parenterale Gabe über 4-8 Wochen empfohlen wird. Die Injektion ist schmerzhaft, eine orale Cobalaminsubstitution jedoch nicht sinnvoll. Auch nach erfolgreicher Therapie mit Enzympräparaten bleibt das Defizit in der Cobalaminresorption bestehen. Daher wird zu einer regelmäßigen Kontrolle des Serumspiegels geraten und nach Bedarf alle 3-6 Monate Cobalamin verabreicht. 
 In Einzelfällen kann die Gabe von H2 -Blockern (z. B. Cimetidin) mit dem Gemisch aus Futter und Enzympräparat eine klinische Verbesserung bewirken. Cimetidin erhöht durch die Verminderung der Magensäure vermutlich den Anteil der im Dünndarm noch aktiven Pankreaslipase aus dem Enzympräparat und erhöht damit die Fettresorption. 
 Tritt trotz Enzymsubstitution und Diätumstellung kein Therapieerfolg ein, besteht möglicherweise weiterhin eine bakterielle Übersiedlung des Dünndarms. Ein erhöhter Folsäurespiegel kann den Verdacht bestätigen, ein Wert im Normalbereich schließt ein solches Geschehen jedoch nicht aus. Empfohlen wird in diesen Fällen eine antibiotische Therapie. Selten kommt es neben der  EPI  zu einer  chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (IBD) . In diesen Fällen kann die Gabe von Prednisolon notwendig sein. Hunde in der subklinischen Phase der EPI benötigen keine Therapie. 
  WIE IST DIE PROGNOSE BEI ERKRANKUNGEN DER BAUCHSPEICHELDRÜSE?  
 Die Prognose einer  Pankreatitis beim Hund (Bauchspeicheldrüsenentzündung)  hängt stark davon ab, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Milde Formen habe eine gute Prognose. Bei schwer erkrankten Hunden ist die Pankreatitis lebensgefährlich. Durch die Bauchspeicheldrüsenentzündung können Herz, Lunge und Leber versagen.&amp;nbsp; 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2017-11-04T00:00:00+01:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Epilepsie</title>
            <id>http://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/epilepsie</id>
            <link href="https://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/epilepsie"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Epilepsie gehört zur Gruppe der Ausfallserkrankungen. Beim Tier zeigen sich die Anfälle als Muskelkrämpfe. Sie können als anhaltende Muskelanspannung oder als Schüttelkrämpfe auftreten.
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                 Epilepsie gehört zur Gruppe der Ausfallserkrankungen. Beim Tier zeigen sich die Anfälle als Muskelkrämpfe. Sie können als anhaltende Muskelanspannung oder als Schüttelkrämpfe auftreten. Häufig werden zusätzlich&amp;nbsp; Bewusstseinsverlust ,&amp;nbsp; Halluzinationen ,&amp;nbsp; Verhaltens- und Wesensänderungen , Harn- und Kotabsatz sowie Speicheln beobachtet. 
 Es werden zwei Arten von Epilepsie unterschieden: 
 Primäre Epilepsie 
 Die primäre Epilepsie stellt bei einigen Hunderassen eine Erbkrankheit dar (z.B. beim, Golden Retriever, Labrador Retriever, Berner Sennenhund, Afgane, Collie, Beagle) Die Anfälle fangen durchschnittlich im Alter von 1,5 bis 5 Jahren an, selten auch bei jüngeren oder älteren Tieren. 
 Bei dieser Form kommt es zu einer erniedrigten Reizschwelle für Übererregungen im Gehirn.&amp;nbsp; 
 Sekundäre Epilepsie 
 Sie tritt in Folge von anderen Erkrankungen auf. Ursache können Infektionskrankheiten sein, aber auch innere Krankheiten ( z.B. Leber- und Nierenerkrankungen, Störungen im Elektrolythaushalt, Schilddrüsenerkrankungen) oder Krankheiten des Gehirnes (z.B. Tumoren, Entzündungen, Missbildungen) können Auslöser einer Epilepsie sein. 
 Symptome der epileptischer Anfälle 
 Typisch ist, dass der Anfall plötzlich beginnt. Häufig erkennt Sie Ihr Tier nicht mehr und ist auch nicht ansprechbar. Bei einigen Tieren kündigt sich ein Krampfanfall durch Unruhe oder verändertes Verhalten an. 
 Anzeichen können u.a. sein: 
 
 
 Fliegenschnappen* 
 
 
 Schwanzbeißen* 
 
 
 Raserei* 
 
 
 Angstzustände 
 
 
   *bei einigen Tieren kann dies normales (Spiel-)Verhalten sein   
 Es entwickeln sich rhythmische Krämpfe und Ruderbewegungen von oft hoher Kraftentfaltung. Der Anfall dauert oft nur wenige Minuten, danach erschlafft der Körper, die Tiere liegen ruhig auf der Seite und erheben sich bald wieder. 
 In einigen Fällen kann der Anfall auch länger andauern ( Status epilepticus ), und lässt sich oftmals nur durch einen Tierarzt unterbrechen und stellt eine lebensbedrohende Situation dar. 
 Diagnose 
 
 
 Untersuchungen  mittels Blutchemie, Blutstatus  und  Harnanalysen  um metabolische Krankheiten auszuschließen 
 
 
 Liquoranalysen um andere Krankheitsursachen auszuschließen 
 
 
 ggf. Computertomographie (CT), bzw. Kernspintomographie (MRI; MRT) 
 
 
 Behandlungsmöglichkeiten 
 Liegt eine Grundursache vor, sollte diese nach Möglichkeit abgestellt werden. 
  Für die Therapie werden Antiepileptika eingesetzt:  
 Zu Beginn der Therapie wird erst ein bis zwei Wochen nach Einsatz des Arzneimittels ein konstanter Wirkstoffspiegel erreicht. Während dieser Periode ist noch mit Anfällen zu rechnen. Anfängliche Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Unlust, aber auch vermehrtes Fressverhalten und Harndrang. 
 Alle Anti-Epileptika müssen regelmäßig, also als&amp;nbsp;  Dauertherapie  , gegeben werden. In keinem Fall sollte das Arzneimittel ohne Rücksprache mit dem Tierarzt plötzlich abgesetzt oder die Dosis verändert werden, da auf diese Weise sehr oft besonders schwere Anfälle provoziert werden können.&amp;nbsp; 
 Auch bei gut eingestellten Patienten können noch mehrere Anfälle pro Jahr auftreten, die dann aber oft weniger schwer ablaufen. 
 Therapiebegleitende Maßnahmen 
 Der Wirkstoffspiegel des Arzneimittels ist von vielen Faktoren abhängig, so spielen Darm-, Leber- und Nierenfunktion eine wichtige Rolle. 
 Um eine gleich bleibende Konzentration des Arzneimittels zu gewährleisten, ist die Kontrolle des Wirkstoffspiegels bei einigen Anti-Epiletika mittels&amp;nbsp;  Blutuntersuchung &amp;nbsp; sinnvoll. Diese Therapiekontrolle sollte alle drei Monate, mindestens aber alle sechs Monate erfolgen. 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2017-08-20T00:00:00+02:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Leishmaniose</title>
            <id>http://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/leishmaniose</id>
            <link href="https://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/leishmaniose"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Neues zur Diagnostik, Therapie und Prophylaxe der Leishmaniose beim Hund In Deutschland wird die Leishmaniose beim Hund immer häufiger diagnostiziert. Zur Diagnose sollten ein Antikörper-Nachweis und eine Konjunktival-PCR kombiniert durchgeführt werden. Jeder Hund mit Leishman...
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                 Die Leishmaniose ist eine Zoonose mit weltweiter ­Bedeutung. Die Übertragung der Leishmanien erfolgt hauptsächlich über Sandmücken (Phlebotomus-Spezies), die im Mittelmeerraum endemisch sind. In Deutschland wird die Leishmaniose immer häufiger diagnostiziert. Gefährdet sind vor allem Hunde, die im südlichen Ausland waren. 
 Allerdings können  Leishmanien-übertragende Mücken inzwischen auch in Deutschland nachgewiesen  werden, und manchmal kommt die Leishmaniose auch bei Hunden ohne Auslandsvorbericht vor. Eine endemische Ausbreitung in warmen Regionen in Deutschland ist daher denkbar. 
  Symptome und Krankheitsverlauf  
 Das klinische Bild der Leishmaniose variiert stark. Nur ein Teil der Hunde mit Leishmanien-Infektion wird krank, die Inkubationszeit kann zwei Monate bis mehrere Jahre dauern.  Der Verlauf der Infektion hängt von der Immunantwort des Hundes ab. Ob und wann ein Hund, der mit Leishmanien infiziert ist, erkrankt, ist schwer vorherzusagen. Die klinische Manifestation der Erkrankung entsteht überwiegend durch die Bildung von Immunkomplexen. Viele Patienten entwickeln Immunkomplex-bedingte Glomerulonephritiden (Nierenerkrankung). Typi­scher labordiagnostischer Befund ist eine Hyperglobulinämie. Eine Hypalbuminämie entsteht vor allem durch Proteinverlust über die Nieren bei Patienten mit Glomerluonephritis. Eine renale Azotämie kann auftreten, wenn bei proteinurischen Patienten später im Krankheitsverlauf Schäden der renalen Tubuli entstehen. Manchmal tritt eine aregenerative Anämie, Thrombozytopenie und Neutropenie oder Lymphopenie durch Vermehrung der Leishmanien im Knochenmark bzw. in Lymphknoten auf. 
  Diagnose  
 Zur Diagnose der Leishmaniose können  indirekte Nachweisverfahren  und  direkte Erregernachweise  durchgeführt werden. 
  Indirekter Erregernachweis  
 Ein indirekter Erregernachweis (Nachweis von Antikörpern gegen Leishmanien im Serum) ist z.B. mittels Immunfluoreszenz (IF) möglich. Ein Nachweis von Antikörpern gegen Leishmanien gelingt oft erst sechs Wochen nach Infektion. Hunde, bei de­nen Antikörper nachgewiesen werden, haben eine ­bestehende Infektion und damit ein Risiko, an Leishmaniose zu erkranken. Bei Hunden mit grenzwertigem Antikörpertiter (meist unspezifische Reaktionen) sollte die Antikörperkonzentration nach ein paar Wochen erneut bestimmt werden. Etwa ein Drittel aller infizierten Hunde, auch solche mit klinisch manifester Leishmaniose, haben keine Antikörper. Ein negatives Ergebnis schließt die Infektion daher nicht aus. 
  Direkter Erregernachweis  
 Der Nachweis von Leishmanien ist mit verschiedenen Methoden möglich. Mit einer mikroskopischen Untersuchung Giemsa-gefärbter Aspirate oder Abklatschpräparaten von z.B. Lymphknoten, Knochenmark, Milz oder Hautulzera können Leishmanien im Zytoplasma von Makrophagen gefunden werden. Mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) kann die DNA der Leishmanien im Blut oder in verschiedenen Gewebeproben nachgewiesen werden. Goldstandard ist die PCR aus Knochenmark. Alternativ kann die PCR mit einem Konjunktivalabstrich erfolgen. Die Probenentnahme ist unproblematisch und die Sensitivität der Konjuntival-PCR ist beinahe so gut wie die Sensitivität der Knochenmarks-PCR. Alle direkten Erregernachweise sind nur im positiven Fall beweisend. 
  Fazit zur Diagnose  
 Zum Nachweis einer Leishmaniose beim kranken Hund sollten grundsätzlich ein Antikörpernachweis und eine PCR-Untersuchung (Konjunktival-Tupfer oder Knochenmark) kombiniert durchgeführt werden. Die Diagnose Leishmaniose kann gestellt werden, wenn die Antikörperkonzentration hoch ist und/oder das PCR-Ergebnis positiv ausfällt. Bei einem negativen PCR-Ergebnis und einem negativen oder grenzwertigen Antikörpernachweis kann die Antikörperkonzentration erneut – in etwa vier Wochen später – bestimmt werden. Sind die Antikörper dann hoch, ist dies der Beweis für eine Leishmanien-Infektion. Ist der Antikörpernachweis nach wie vor niedrig oder grenzwertig, sollte erneut eine PCR-Untersuchung (Knochenmark) durchgeführt werden. Der Ausschluss einer Infektion mit Leishmanien bei gesunden Hunden ist nicht ganz einfach, da sowohl der direkte als auch der indirekte Er­regernachweis falsch negativ sein können. Zum Ausschluss einer Infektion sollten Antikörper bei allen Hunden bestimmt werden, die zuvor im Ausland waren (frühestens sechs bis acht Wochen nach Auslandsaufenthalt). Bei einem negativen Antikörpernachweis sollte zusätzlich noch eine Konjunktival-Tupfer-PCR erfolgen. 
  Therapie  
 Jeder Hund mit Leishmanien-Infektion sollte therapiert werden. Zur Behandlung der Leishmaniose stehen unterschiedliche Medikamente (leishmanizide und leishmanistatische Medikamente sowie Immunmodulatoren) zur Verfügung. 
  Leishmanizide &amp;nbsp;Medikamente:  
  Meglumin-Antimonat  (Glucantime ® ) ist ein leish­manizides Medikament. Die Gabe erfolgt einmal täglich über 28 Tage (100mg/kg alle 24 Stunden subkutan). Bei den meisten Hunden tritt eine Besserung der klinischen Symptome bereits nach zwei Wochen ein. Als Nebenwirkungen können schmerzhafte Schwellungen im Bereich der Injektionsstelle und gastrointestinale Symptome (Durchfall, Erbrechen) auftreten. Schwerwiegende Nebenwirkungen (Pankreatitis, akutes Nierenversagen) sind seltener beschrieben. 
  Milteforan  (Miltefosin ® ) ist ein weiteres leishmanizides Medikament. Es ist im südeuropäischen Ausland für den Hund zugelassen. Es kann oral verabreicht werden (2mg/kg alle 24 Stunden über 28 Tage). Zu den häufigsten Nebenwirkungen beim Hund zählen Durchfall und Erbrechen. 
  Leishmanistatische Medikamente:  
  Allopurinol  ist das Mittel der Wahl für eine leishmanistatische Behandlung. Es hemmt die Synthese von Purinen im Wirt (Xanthinoxidasehemmung). Dadurch stehen den Leishmanien keine Purine mehr zur Verfügung, und die Entwicklung der Parasiten wird gehemmt. Allopurinol wird als Langzeittherapie eingesetzt, in der Regel lebenslänglich (10mg/kg alle 12 Stunden per os). Begleitend muss eine spezielle Diät (purinarm) gefüttert werden, um der Bildung von Xanthinsteinen vorzubeugen. 
 Mit  Domperidon  (Leisguard ® ) steht inzwischen ein adjuvantes Medikament zur Verfügung, das die körpereigene TH1-Immunabwehr stärkt, welche die Entstehung klinischer Symptome unterdrücken kann. Domperidon kann daher zur Behandlung zusätzlich zu anderen Medikamenten und zur Prävention der Leishmaniose eingesetzt werden. Es ist im südeuropäischen Ausland für den Hund zugelassen. Infizierte Hunde erhalten 1mg/kg alle 12 Stunden oral. Über ­eine gesteigerte Prolaktin-Freisetzung kann Domperidon Scheinträchtigkeit hervorrufen. Es sollte daher nicht bei unkastrierten Hündinnen eingesetzt werden. 
  Therapieempfehlung bei gesunden Hunden mit Leishmanien-Infektion ohne Proteinurie:  
 
 
 Langzeittherapie mit Allopurinol und Domperidon 
 
 
 Regelmäßige Kontrollen alle sechs Monate (Urinuntersuchung auf Xanthin-Kristalle und UPC, Blutbild, Leishmanien-Antikörper) 
 
 
  Therapieempfehlung bei Hunden mit klinisch manifester Leishmaniose oder bei gesunden Hunden mit Proteinurie:  
 
 
 Therapie mit Meglumin-Antimonat oder Milteforan über vier Wochen; während der Behandlung regelmäßige Kontrollen im Abstand von zwei Wochen (Blutbild, Serumprofil, UPC) 
 
 
 Langzeittherapie mit Allopurinol und Domperidon; regelmäßige Kontrollen alle drei Monate (Urinuntersuchung auf Xanthin-Kristalle und UPC, Blutbild, Leishmanien-Antikörper) 
 
 
 Die Prognose infizierter Hunde ist abhängig von bereits aufgetretenen Organ-Veränderungen. Patienten mit Proteinurie haben eine deutlich schlechtere Prognose mit kürzeren Überlebenszeiten. Ein weiterer negativer prognostischer Faktor ist eine Lymphopenie. Die Höhe der Anti­körperkonzentration korreliert nicht mit der Prognose. Alle Hunde, bei denen eine Infektion mit Leishmanien nachgewiesen wurde, sollten eine Therapie erhalten. Durch eine frühzeitige Behandlung kann das Auftreten von Glomerulonephritis und Knochenmarkssuppression verhindert oder zumindest verlangsamt werden; infizierte Hunde können dadurch sogar viele Jahre symptomfrei leben. 
  Prophylaxe  
  Der beste Schutz ist es, Hunde nicht ins südliche Ausland mitzunehmen.  Ist dies nicht möglich, sollten Hunde eine gute Prophylaxe erhalten: 
 Inzwischen gibt es einen  Impfstoff  mit EU-Zulassung zur Impfung von Hunden ab sechs Monaten. Nach einer Grundimmunisierung (drei Impfungen im Abstand von drei Wochen und eine Impfung ein Jahr später) muss eine jährliche Wiederholungsimpfung durchgeführt werden. 
 Hunde, die vor Reiseantritt nicht mehr rechtzeitig geimpft werden können, sollten prophylaktisch während des Aufenthalts  Domperidon  (1mg/kg alle 12 Stunden per os) bekommen. 
 Zum Schutz vor Sandmücken sollten alle Hunde ein  repellierendes Deltamethrin -haltiges Halsband oder besser noch ein  Permethrin -haltiges Spot on (z.B. alle zwei Wochen) erhalten. Ein Aufenthalt im Freien in Zeiten der Dämmerung sollte vermieden werden. 
  Quelle:&amp;nbsp; Prof. Dr. Katrin Hartmann ,&amp;nbsp; Dr. Michéle Bergmann   
                ]]>
            </content>

                            <updated>2015-10-14T00:00:00+02:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Hyperplasie (-tophie) der Glandula membranae nicitantis (Cherry eye)</title>
            <id>http://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/hyperplasie-tophie-der-glandula-membranae-nicitantis-cherry-eye</id>
            <link href="https://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/hyperplasie-tophie-der-glandula-membranae-nicitantis-cherry-eye"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Eine Hyperplasie der Glandula membranae nicitantis mit der daraus resultierendem Prolaps wird relativ häufig und speziell bei (jungen) Hunden mit übermäßiger(n) Haut(falten), starkem &quot;Stop&quot; und/oder Brachyzephalie (z.B.American Cocker Spaniel, Beagle, Kavalier King Charles Spa...
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                 Eine Hyperplasie der Glandula membranae nicitantis (Nickhautdrüse) mit der daraus resultierendem Prolaps (Vorfall) wird relativ häufig und speziell bei (jungen) Hunden mit übermäßiger(n) Haut(falten), starkem &quot;Stop&quot; und/oder Brachyzephalie (z.B.American Cocker Spaniel, Beagle, Kavalier King Charles Spaniel, Bulldogge, Mastino Napoletano, Shar Pei) gesehen. 
 Ursächlich kommt eine ungenügend feste Bindung zwischender Basis des dritten Augenliedes und der Orbita in Frage, die häufig zu einem Prolaps der&amp;nbsp;Glandula membranae nicitantis superficialis und der mit in das Geschehen einbezogenen Basis des Nickhautknorpels führt. Hyperthrophie und Hyperplasie der Drüse führen zu weiterer Schwellung, wodurch dann eine leichte Protrusion der Nickhaut zu Stande kommt und schließlich auch die rote, geschwollene Drüse selbst hinter der Nickhaut hervortritt. 
 Die Bindehaut über der prolabierten Drüse ist jetzt der Austrocknung und Beschädigung ausgesetzt, was sich in Entzündungsanzeichen wie Rötung und Schwellung ausdrückt. Im Anfangsstadium handelt es sich durchaus noch um einen habituellen (vorläufigen) Prolaps, der bei zunehmender Schwellung in den stationären Zustand übergeht. 
 In der Regel tritt die Erkrankung innerhalb von 1 - 3 Monaten auch am anderem Auge auf. 
  Therapie  
 Da es sich hierbei nicht um eine auf einer Entzündung oder Infektion beruhenden Erkrankung handelt, kann man von einer Therapie mit Kortikosteroiden (Cortison) mit oder ohne Kombination mit Antibiotika, auch keine Besserung erwarten. 
 Da die Drüse einen nicht unerheblichen Anteil an der Tränenproduktion hat, darf sie nur in seltenen Ausnahmefällen entfernt werden - die radikale Entfernung muss als ein Kunstfehler angesehen werden.&amp;nbsp; 
 Für die Reposition und Fixation stehen verschiedene Methoden zur Verfügung: 
 
 
 Fixation der Nickhautknorpelbasis 
 
 
 Reposition der Drüse durch Bedecken mit Konjuntivalschleimhaut 
 
 
  Operationstechnik in unserer Praxis  
 Bei uns wird die Reposition der Drüse durch Bedecken mit Konjuntivalschleimhaut (Pocket-Technik nach Morgan modifiziert nach Boeve) durchgeführt. Die Drüse wird unter Durchtrennung des Nickhautknorpels in einer Tasche versenkt. 
  Prognose  
 Die Prognose, speziell bei dieser Repositionsmethode, ist günstig (ca. 90%). 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2015-05-22T00:00:00+02:00</updated>
                    </entry>

    
    
        <entry>
            <title type="text">Erkrankungen der Analbeutel</title>
            <id>http://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/erkrankungen-der-analbeutel</id>
            <link href="https://www.tierarzt-michling.de/allgemeine-informationen/wissenswertes-zu-versch.-tierarten/hunde/krankheiten/erkrankungen-der-analbeutel"/>
            <summary type="html">
                <![CDATA[
                
                                            Der Analbeutel (Sinus paranalis) ist eine Sonderform der Analdrüsen. Es handelt sich um einen beidseits, im unteren seitlichen Bereich des Anus, unter dem äußeren Afterschließmuskel gelegenen sackartigen Hohlraum. Beim Hund, seltener auch bei Katzen, kann es zu einer Entzündun...
                                        ]]>
            </summary>
            <content type="html">
                <![CDATA[
                 Der Inhalt des Analbeutels besteht aus Drüsensekret, abgeschilferten Epithelzellen und Bakterien. Farbe, Geruch und Konsistenz können unterschiedlich sein, die Farbe variiert zwischen dunkelbraun, hellbraun, gelbbraun, gelb und graubraun. Die Konsistenz des Sekretes kann flüssig, zähflüssig und teigig-pastös sein, wobei der Unterschied individuell sehr groß sein kann. Geruch, Konsistenz und Farbe sind vom Geschlecht und dem Stadium des Reproduktionszyklus abhängig. 
 Die genaue Funktion der Drüsen ist unbekannt, jedoch kann man davon ausgehen, dass diese eine Funktion im sozialen Verhalten haben. 
 Die Analbeutel werden aktiv entleert oder durch den Kotabsatz regelmäßig ausmassiert. 
 
 
 
 Ein routinemäßiges entleeren z.B. im Rahmen einer jährlichen Impfung ist weder sinnvoll noch notwendig! 
 
 
 
  Nicht jeder gefüllte Analbeutel darf als verstopft oder erkrankt angesehen werden, da das Drüsensekret ständig nachgebildet wird. 
  Erkrankungen der Analbeutel  
 
 
 
  Entzündliche Erkrankungen&amp;nbsp;  Verstopfung, Entzündung (Sinusitis perianalis), Abszesse 
 
 
  Tumore (Neoplasien)  Adenokarzinome 
 
 
  Perianale Fisteln  
 
 
 
 &amp;nbsp; 
  Verstopfungen  der Analbeutel werden recht häufig beobachtet und wird durch eine Anschoppung von (zähem) Sekret oder durch eine Verlegung der Ausführungsgänge durch einen Pfropfen verursacht. Typische Symptome sind Lecken (&quot;Hot-Spots&quot; im Bereich der Schwanzwurzel) oder auf dem After rutschen (&quot;Schlittenfahren&quot;).&amp;nbsp; 
 Eine  Entzündung  der Analbeutel liegt vor, wenn das Sekret blutig oder eitrig wird. Neben den unter Verstopfung genannten Symptomen kommt häufig noch eine deutliche Schmerzhaftigkeit hinzu. 
  Analbeutelabzsesse &amp;nbsp;zeichnen sich durch eine hochgradige Schmerzhaftigkeit sowie häufig eine nach außen sichtbare Schwellung des betroffenen Analbeutels aus. Nachfolgend kommt es i.d.R. zu einer Fistel und Ablauf von eitrig-blutigem Sekret. 
  Therapie  
 Die Behandlung erkrankter Analbeutel besteht aus einer manuellen Entleerung. In Fällen einer Entzündung oder Abszessen ist eine antibiotische Behandlung notwendig. In schwerwiegenden Fällen oder bei Tumoren ist eine Analbeutelextirpation (chirurgische Entfernung) angezeigt. 
 &amp;nbsp; 
 &amp;nbsp; 
                ]]>
            </content>

                            <updated>2015-05-20T00:00:00+02:00</updated>
                    </entry>

    
</feed>
