Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Die Erkrankung wird heute zunehmend früher diagnostiziert, da die Abklärung der Schilddrüsenfunktion standartmäßig zum Geriatrie-Blutscreening gehört. So diagnostiziert man heute Katzen mit einer Schilddrüsenüberfunktion, denen man ihre Erkrankung noch nicht ansieht, und kann so frühzeitig eingreifen.

Die Ursache der Schilddrüsenüberfunktion ist autonomes Schilddrüsengewebe (Adenome), das im Überschuss Schilddrüsenhormone synthetisiert. Schilddrüsenhormone stimulieren die Stoffwechselaktivität des Organismus.

Krankheitsverlauf

  • Gewichtsabnahme - der Energiebedarf des Körpers steigt zunehmend, und die Katzen nehmen kompensatorisch deutlich mehr Nahrung auf, verlieren später aber trotzdem an Körpergewicht

  • der Sauerstoffbedarf der Zellen erhöht sich, was zu einer vermehrten Belastung des Herzens führt

  • die Katzen werden hyperaktiv und reizbar

  • oft kommt es auch zu Erbrechen und Durchfall

  • häufig Umfangsvermehrung im Halsbereich

Therapie

Die Therapie der Schilddrüsenüberfunktion zielt auf eine Normalisierung der Schilddrüsenhormonkonzentrationen ab.

Therapiemöglichkeiten:

  • Blockade der Hormonsynthese
    medikamentöse Therapie,  Spezialdiät

  • operative Entfernung

  • Zerstörung des autonom-aktiven Schilddrüsengewebes
    Radiojodtherapie

Medikamentöse Therapie:

  • Carbimazol, in retardierter Form ist eine einmal tägliche Verabreichung ausreichend, die Tablette darf allerdings nicht zermörsert werden.

  • Thiamazol, wird aktiv vom Schilddrüsengewebe aufgenommen und wirkt dort für annähernd 20 Stunden, vorzugsweise empfiehlt sich somit eine zweimal tägliche Verabreichung. Die Tablette sollte nicht zermörsert werden, da Thiamazol bitter ist.

Spezialdiät Hill´s y/d:

Futter mit einem begrenzten Jodgehalt, wodurch das Schilddrüsengewebe nur eine bestimmte Menge an Schilddrüsenhormonen synthetisieren kann. Voraussetzung ist die lebenslange ausschließliche Fütterung der Diät.

Die optimale Therapie sollte individuell festgelegt werden, zu berücksichtigen sind die Lebensumstände der Katzen -> Freigänger, individuelle Futterpräferenzen etc.

Verlauf/Prognose

Bringt man die Schilddrüsenfunktion wieder in den physiologischen Bereich, kann es sein, dass eine bisher kompensierte Niereninsuffizienz sich drastisch verschlechtert. Die Behandlung kann einen Kompromiss zwischen der Schilddrüsenüberfunktion und der Niereninsuffizienz darstellen. Eine medikamentöse Therapie ist in der Regel über Jahre problemlos durchführbar, regelmäßige Blutuntersuchungen sind notwendig, da das der Schilddrüsenüberfunktion zu Grunde liegende autonome Schilddrüsengewebe sich häufig mit der Zeit deutlich vergrößern, sodass meist eine Dosisanpassung der Medikamente notwendig wird.


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