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Zeitgemäßes Entwurmen beim Pferd

Die "Empfehlungen zur nachhaltigen Kontrolle von Magen-Darmwurminfektionen beim Pferd in Deutschland" schlagen für erwachsene Pferde (fünfjährig und älter) zwei obligatorische Entwurmungen im Jahr für jedes Pferd vor.
Weitere Behandlungen können erforderlich sein, aber bei diesen sollte zuvor mittels Kotuntersuchung durch den Tierarzt geprüft werden, ob eine Entwurmung erforderlich ist.

Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten:

  • selektive Entwurmung von Pferden ab einem bestimmten Grenzwert (bei ca. 200 EpG)

  • Entwurmung des gesamten Bestandes, wenn auch nur ein einziges Pferd oder Sammelkotprobe ein positives Ergebnis zeigt.

Fohlen und Jungpferde sollten nicht selektiv entwurmt werden. Diese Tiergruppen sind weitaus empfänglicher für Magen-Darm-Parasiten als erwachsene Pferde, weisen durchschnittlich deutlich höhere Befallsmengen auf und können bei höheren Parasitenbürden erhebliche Schäden davon tragen. Aufgrund der Tatsache, dass Kotuntersuchungen nicht immer befriedigend sichere Ergebnisse liefern, ist hier das Risiko einer Fehleinschätzung und daraus resultierenden fehlenden Behandlung zu hoch.

Finanzieller Aufwand

Selektive Behandlung - ob nun in der rigiden oder etwas praxisgerechten Form - ist kein Modell zur Senkung der Entwurmungskosten.
Sie soll vielmehr dazu beitragen, das Fortschreiten der Resistenzentwicklung zu bremsen und jedes einzelne Pferd individueller und daher optimal gegen Parasiten zu schützen.
Dabei entstehen auf der einen Seite und vor allem am Anfang zunächst Mehrkosten durch Kotuntersuchungen. Auf der anderen Seite und mittelfristig wird mitunter jedoch auch gespart, wenn unnötige Entwurmungen wegfallen.
Im Ergebnis werden dann auf Dauer genau die Pferde behandelt, die auch behandlungsbedürftig sind. Das kann im Einzelfall mit finanziellen Einsparungen verbunden sein.
Es kann aber in anderen Fällen auch zu der wichtigen Erkenntnis führen, dass intensiver entwurmt werden muss - und das ist dann erfordelich.

Entwurmungsschemata für Pferde

evtl. Januar April Juni/Juli September Oktober/November
selektiv selektiv strategisch selektiv strategisch
    evtl. mit Bandwurm   inkl. Dasseln

Eine "Injektion gegen Würmer" wie es leider häufig noch praktiziert wird ist (neben der Tatsache das dies einen schwerwiegenden Verstoß gegen das Arzneimittelrecht darstellt, und somit ILLEGAL ist) im Zusammenhang mit Resistenzen in Frage zu stellen.

Das Unterdosierungen Resistenzen durch schleichende Gewöhnungseffekte fördert, ist schon aus dem Bereich der Antibiotika bekannt.

Das bedeutet im Resultat:

  • nur so häufig behandeln wie erforderlich, dann aber ausreichend hoch dosiert,

  • sowie nur für das Pferd zugelassene Wurmkuren einsetzen, deren Wirksamkeit und Sicherheit belegt sind.


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