Aufgaben und Tätigkeiten tierärztlicher Fachangestellten*

Tierarzthelfer/innen organisieren den Sprechstundenablauf. Sie betreuen die zu behandelnden Tiere vor, während und nach der Behandlung. Sie assistieren bei der Behandlung von Tieren und bei chirurgischen Eingriffen und sie versorgen Notfälle. Außerdem kümmern sie sich um Tiere auf der Krankenstation und führen Laborarbeiten aus. Sie sorgen für Ordnung und Hygiene in der Praxis und erledigen die anfallenden Verwaltungsarbeiten.

Tätigkeitsbezeichnungen

Tierärztliche Fachangestellte

Auch übliche Berufsbezeichnungen/Synonyme:

  •     Arzthelfer/in (Veterinärmedizinische Praxis)

  •     Ärztliche/r Helfer/in (Tierarztpraxis)

  •     Sprechstundenhelfer/in (Tierarztpraxis)

  •     Tierarzthilfe

Abweichende Berufsbezeichnung der ehemaligen DDR:

  •     Zootechniker/in / Mechanisator/in - Veterinärtechnik

Berufsbezeichnung in englischer Sprache:

  •     Veterinary assistant (m/f)

Berufsbezeichnung in französischer Sprache:

  •     Assistant/Assistante vétérinaire

Bitte beachten Sie:
Die oben genannten fremdsprachigen Berufsbezeichnungen dienen lediglich dem Vergleich und der Orientierung auf internationalen Arbeitsmärkten. Es handelt sich dabei um Übersetzungen der deutschen Berufsbezeichnung. Daher sind Inhalte und Abschlüsse nicht identisch oder miteinander vergleichbar.

Tätigkeitsbeschreibung (Bild vom Beruf)

Tierarzthelfer/innen unterstützen Tierärzte und Tierärztinnen, indem sie verschiedene, in einer Tierarztpraxis bzw. Tierklinik anfallende, assistierende und organisatorische Tätigkeiten übernehmen.

In der Bildungs-/soziale/medizinische Einrichtungen tierärztlichen Praxis überprüfen Tierarzthelfer/innen vor Beginn der Sprechstunde die Ordnung im Wartezimmer und in den Praxisräumen. Sie regeln die Besucherfolge in der Praxis; dazu sind zum Beispiel telefonische Terminabsprachen mit den Tierhaltern und Tierhalterinnen notwendig, wobei Tierarzthelfer/innen die Symptome und Dringlichkeit der Behandlung abklären. Sie vergeben Termine und führen die Kartei mit Daten über die Tiere und deren Besitzer und Besitzerinnen. Darüber hinaus erledigen sie noch andere Verwaltungstätigkeiten im Büro, zum Beispiel schreiben sie Briefe und wirken bei der Buchhaltung mit, wobei sie mit Hilfe von Computern und unterschiedlichen Büromaterialien zum Beispiel Rechnungen erstellen, Zahlungseingänge überwachen und Lieferscheine kontrollieren. Während der Sprechstunde haben sie sowohl Umgang mit den Tieren als auch mit den oft besorgten Tierhaltern und Tierhalterinnen.

Geduldig lenken sie die Gespräche auf Verhaltensänderungen und Krankheitserscheinungen bei den Tieren, um so mögliche Ursachen für die Symptome, die das Tier zeigt, herauszufinden. Sie klären, ob das Tier zum Beispiel bösartig, überängstlich oder bissig ist, und vermeiden Unruhe unter den Tieren im Wartezimmer, indem sie zum Beispiel stets für frische Luft und ausreichenden Abstand der Tiere untereinander sorgen. Wenn ein Notfall vorliegt, zum Beispiel wenn ein Tier auf Grund einer Verletzung stark blutet, führen Tierarzthelfer/innen die entsprechenden Maßnahmen durch; zum Beispiel geben sie - auch telefonisch - Anweisungen für die erste Hilfe. In der Praxis nehmen Tierarzthelfer/innen selbst erste Hilfe am Tier vor, sofern der Tierarzt oder die Tierärztin noch nicht anwesend ist. Sie lagern das Tier, halten seine Atemwege frei und führen bei Atemstillstand künstliche Beatmung durch. Sie binden Blutungen ab und überprüfen Herztätigkeit und Kreislauf. Schließlich informieren sie den Tierarzt bzw. die Tierärztin und bereiten die notwendigen Geräte, Instrumente und Hilfsmittel für die Behandlung vor. Vor und während einer Behandlung bzw. einer Operation erledigen Tierarzthelfer/innen eine Vielzahl von Aufgaben. So messen sie die Körpertemperatur des Tieres, stellen die Instrumente zusammen und sterilisieren sie. Sie bereiten auch die Tiere vor, waschen, scheren, rasieren und desinfizieren die zu operierenden Körperteile. Bei der Untersuchung und Behandlung assistieren sie dem Tierarzt oder der Tierärztin: Sie halten und beruhigen die Tiere fachgerecht, reichen Instrumente, Spritzen und andere Hilfsmittel zu und wirken gegebenenfalls bei der Einleitung und der Überwachung von Narkosen mit. Sie bedienen spezielle Diagnose- und Therapiegeräte, zum Beispiel zur Erstellung von Röntgenaufnahmen. Nach der Behandlung bzw. der Operation versorgen sie Wunden, zum Beispiel durch Abtupfen der Wundflächen und Verbinden der Tiere.

Verfügt der Beschäftigungsbetrieb über die entsprechenden Einrichtungen, versorgen Tierarzthelfer/innen kranke und verletzte Tiere auf der Krankenstation. Dabei regeln sie die Aufnahmeformalitäten, stellen das Futter für die Tiere zusammen und füttern diese auch. Weiterhin beobachten sie das Verhalten der Tiere, zum Beispiel bei der Nahrungsaufnahme, und wirken bei täglichen Untersuchungen mit, zum Beispiel beim Fiebermessen und den Nachbehandlungen, beim Verbandwechsel und beim Verabreichen von Spritzen und Medikamenten. Sie führen die Tiere aus und halten sie sauber. Tierarzthelfer/innen wirken außerdem bei der Gewinnung von Laborproben wie Blut, Urin, Kot oder Haut mit. Sie entnehmen entsprechende Proben und verwahren gegebenenfalls das Untersuchungsmaterial. Sie führen einfachere Untersuchungen mikroskopischer und chemischer Art eigenständig durch und protokollieren die Ergebnisse.

Auch für die Praxispflege und Hygiene sind Tierarzthelfer/innen verantwortlich. Sie pflegen, reinigen und desinfizieren bzw. sterilisieren Instrumente, Praxisräume, Einrichtungsgegenstände, Transportkäfige und Trink- und Futternäpfe der Tiere. Sie sorgen für die ständige Einsatzbereitschaft der Geräte und Apparate und veranlassen gegebenenfalls Reparaturen. Auch überprüfen sie den Arztkoffer auf Vollständigkeit und überprüfen die Praxisvorräte wie Medikamente, Verbandsmaterial, Laborchemikalien.

Aufgaben und Tätigkeiten (Liste)

Sprechstundenablauf organisieren

  • Ordnung im Wartezimmer und in Praxisräumen überprüfen

  • Rezeptvordrucke für den/die Tierarzt/-ärztin bereitlegen

  • Ggf. Ärztekoffer überprüfen, sofern Praxisfahrten festgesetzt sind

  • Ggf. Vorbereitungen für festgesetzte Operationen treffen, Instrumente bereitstellen

  • Telefonisch Termine mit Tierhaltern/-halterinnen absprechen, dabei Dringlichkeit der Behandlung abklären und Behandlungstermine im Bestellbuch notieren

  • Termine in der Praxis vergeben, bei neuen Patienten Karteikarten anlegen mit Daten über Tierhalter/in und Patient

  • Medikamente, Diätfutter nach Weisung des/der Tierarztes/Tierärztin abgeben

Tierhalter/innen und Patienten betreuen

  • Auf besorgte Tierbesitzer/innen eingehen

  • Im Gespräch mit Tierbesitzern/-besitzerinnen mögliche Ursachen von Verhaltensänderungen und Krankheitserscheinungen herausfinden

  • Mit Tieren umgehen

  • Tiere nur mit Zustimmung der Tierbesitzer/innen oder des/der Tierarztes/-ärztin anfassen und entgegennehmen

Notfallpatienten versorgen

  • Telefonische Anweisungen für die erste Hilfe geben

  • Gegebenenfalls Anweisungen für den Transport des Tieres in die Praxis geben

  • Erste-Hilfe-Maßnahmen am Tier in der Praxis durchführen, sofern Tierarzt/-ärztin noch nicht anwesend

  • Bei Atemstillstand künstliche Beatmung durchführen

  • Größere Blutungen kontrollieren

  • Druckverband anlegen

  • Herztätigkeit (Herztöne) und Kreislauf (Puls) überprüfen

  • Tierarzt/-ärztin informieren und notwendige Geräte, Instrumente und Hilfsmittel für die Behandlung vorbereiten

Bei Behandlungen bzw. Operationen assistieren

  • Vor der Behandlung bzw. Operation Körpertemperatur und Blutdruck messen

  • Vor Operationen entsprechende Instrumente, Schutzkleidung, Tupfer, Nahtmaterial zusammenstellen, sterilisieren, bereitstellen sowie Operationsraum sterilisieren

  • Tiere für die Operation vorbereiten

  • Hände desinfizieren, OP-Handschuhe anlegen

  • Tiere fachgerecht halten und beruhigen bei der Untersuchung durch den/die Tierarzt/-ärztin

  • Instrumente, Spritzen und andere Hilfsmittel zureichen

  • Im Rahmen von Operationen bei Einleitung und Überwachung der Narkose gegebenenfalls mitwirken

  • Spezielle Diagnose- und Therapiegeräte - selbständig oder unter Anleitung des/der Tierarztes/-ärztin - handhaben

  • Nach der Behandlung bzw. Operation zum Beispiel Wunden versorgen, Wundflächen abtupfen, mit Pflaster oder Verbandmull abdecken

  • Tierärztlichen Verordnungen, zum Beispiel für Medikamente ausgeben

  • Behandlungsplatz und Instrumente ordnen, säubern und desinfizieren

Tiere auf Krankenstationen, z.B. in Tierkliniken versorgen

  • Aufnahmeschein ausfüllen

  • Futter zusammenstellen, Tiere füttern, gegebenenfalls Diätfütterung

  • Tiere in ihrem Verhalten beobachten, zum Beispiel bei der Nahrungsaufnahme

  • Bei der täglichen Untersuchung, den Nachbehandlungen, beim Verbandswechsel sowie beim Verabreichen von Injektionen und Medikamenten mitwirken

  •  Tiere ausführen

  • Tiere sauberhalten, Tierboxen reinigen und desinfizieren

Laborarbeiten durchführen

  • Sachgerechte Probennahme

  • Vorbedingungen für bestimmte Untersuchungen beachten

  • Untersuchungsmaterial sachgerecht verwahren

  • Untersuchungen von Blut, Urin, Kot, Haut durchführen

  • Blutzellen zählen

  • Chemische Blutbestandteile mit dem Photometer messen

  • Untersuchungsergebnisse notieren

  • Ggf. Untersuchungsmaterial an veterinärmedizinische Untersuchungsanstalten schicken

Praxis reinigen

  • Instrumente, Praxisräume und Einrichtungsgegenstände pflegen, reinigen, desinfizieren bzw. sterilisieren

  • Für Gebrauchsfertigkeit (d.h. sofortige Einsatzbereitschaft) der Geräte und Apparate sorgen, gegebenenfalls Reparaturen veranlassen

  • Ärztekoffer auf Ordnung und Vollständigkeit kontrollieren sowie Praxisvorräte wie Medikamente, Verbandsmaterial, Laborchemikalien überprüfen

Verwaltungsarbeiten durchführen

  • Patientenkartei mit Daten über Tierbesitzer/innen, Tierrasse bzw. Tierart und Aufzeichnungen über Krankengeschichte, über durchgeführte Behandlungen führen und überwachen

  • Formulare (Rezeptvordrucke, Abrechnungsformulare, Aufnahmescheine, Bescheinigungen über Impfungen u.Ä.) bearbeiten

  • Befundberichte nach Diktat, z.B. zur Vorlage bei Tierversicherungen, Gutachten, z.B. nach Tierkaufuntersuchungen, Überweisungs- und Untersuchungsanträge an veterinärmedizinische Untersuchungsämter schreiben

  • Zahlungsverkehr abwickeln und überwachen, sofern nicht an tierärztliche Verrechnungsstelle vergeben

  • Befunde, Diagnosen, Therapien dokumentieren und archivieren

  • Schriftliche und telefonische Bestellungen von häufig verwendetem Praxisbedarf sowie von Medikamenten, Verband- und Nahtmaterial, Labor-und Bürobedarfsartikeln durchführen

Spezialisierungen

Mit Ihrer Ausbildung können Sie in folgenden Funktions-/Tätigkeitsbereichen arbeiten:

  •     Gesundheitsbereich

  •     Büro und Verwaltung, Organisation

Sie können sich ggf. auf bestimmte Aufgaben spezialisieren, z.B.:

  •     Forschung

  •     Tierkliniken

  •     Tierpraxen

*dieser Blogartikel beschreibt das Berufsbild einer TFA im allgemeinen, die Tätigkeitsbereiche können je nach tierärztlicher Praxis oder Klinik abweichen.


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